26.6.14

Equinox, Prag 2014



19. Juni 2014

Immer wieder auf der Karlsbrücke

Jaroslav Seifert, mit mir auf der Karlsbrücke, im Touristenstrom
Nichts und alles hat sich geändert. Die Moldau ist trübe geworden
Die „Zigeuner“- melodien klingen wie früher. Die grünen Blätter
Und der Schwan suchen sich eine neue Liebe, deren Hintergrund
Sie darstellen können. Der Hradschin ist noch nicht zerstört
Er steht noch da, schwarz, aus Stein, für neue Projektionen

Und auch die Federn, weiß, im grünen Fluss, sind echt
Frisch, golden glänzen auf den renovierten Häusern und Kirchen
Kronen, Wappen, Ornamente. Havel, Demokratie, Freiheit
Sind noch nicht entschwunden, sondern im Schutz des Pflasters
Dieser Karlsbrücke, verlorene Talismännerfrauen. Wer hebt sie auf
Wie ein Dieb und hält sie nicht in die Sonne, auf dass sie funkeln wie die
Kleinen Wellenspitzen, die sich als Muster auf die Moldau legen
Und wie die Dächer, die unter der Burg im Nachmittag aufblitzen
Wie Geschmeide?

Weg sind sie alle, die Touristen, menschenleer ist nun die Brücke
Und nur du stehst unterm Kandelaber und versunken, malst Striche
In ein Buch das keine Seiten hat; und ich, wie du, verlaufe nun meinen Tag
Und denke an Lieben hinter Fenstern, die aus den Wolken sich öffnen
Auf ein tränenreiches Blau.

Ich weiß nicht, ob mir noch die Zeit verbleibt es ganz zu öffnen
Ehe Jaroslav sein Gedicht zu Ende schreibt


Summer Equinox Impression

What a strange summer evening in Prague
In my 62 year, when it is the 21.June 014
and the sky above us, slowly dissappears.
In the ongoing 21st Century, in a world
of complete dislocation, I am sitting in
my ancients land, outside of the lignes
of power, in a no mens land of uncertitude
writing poems.



22. Juni 2014

A new days crown

Oh, to awake is really pretty good
To feel, that every thing you are, is still alive
Just on the right place and probably it would
Not disappear this day, but could survive

And more than that, and even if outside
So heavy clouds are covering the town
With tonnes of grey, the sky is always wide
To Prague and us, Sadness is not allowed

We are still here and not yet down
A new days light is flooding rooms and souls
I take this window-passing day and proud
I Put him on my head, as golden crown

And anything I felt, these last three days
The midnight-walk on Karls Bridge
The Moldaws Song, awaking memories
Of “yester-ways”, forgotten destinies

Moments and faces, joung and old, new friends
rebirthed to life in waves of space and time
In which awaking now, I jump and dive
Again, and for an other time -  and rhime

I take this morning-crown and put it in your hands

1.6.14

Vier Gedichte

31. Mai 2014

Auf dem Weg zu Irene
in der Schnellbahn

Leben liegt da, zum ergreifen
Sternenstaubblüten sind wir
Die sich entfalten und reifen
Und sich schließlich im Leben verlieren
Und doch, um unsere Form zu behalten
Und sie ständig aufs Neue zu ändern
Und nicht verlöschend zu erkalten
Sind wir bestrebt und belebt unentwegt
Solange das Herz schlägt
Und so suchen die Teile sich stets zu enträndern
Und im aufgehen zu bleiben
Doch Teile des Ganzen
Und die Differenz zu vergessen
Im Tanzen von stetig sich erneuernden
Wiederkehrenden Tänzen

Version 2

Leben liegt da, zum ergreifen
Sternenstaubblüten sind wir
Die sich entfalten und reifen
Und sich im Leben verlieren
Um unsere Form zu behalten
Ständig aufs neue zu ändern
Nicht erlöschend erkalten
Bestrebt belebt unentwegt
Solange das Herz schlägt
Suchen Teile sich zu enträndern
Im einander aufgehen zu bleiben
Teile des Ganzen
Die Differenz zu vergessen
Im Tanzen
Von sich wiederholenden Tänzen


Drei Gedichte, im Hof von Irenes Haus

Wir bleiben Kind
Nachklang der Predigt von Papst Franziskus in Bethlehem

Wir bleiben Kind
In wachsenden Ruinen
Im Schutt von tausend eingestürzten Welten
Wir bleiben Kind
Im Dröhnen der Maschinen
Auch in den Wüsten, unter löchrigen Zelten
Wir bleiben Kind
Noch unter mörderischen Waffen
Die uns blutrünstige, geldgierige Affen
Aufzwingen, mit dem Ziel das Leben und
Die naive Freude an ihm abzuschaffen
Wir bleiben Kind
Im Folterbett der Qualen, im Disneyland
Von Hinterhofbordellen in deren Betten
Sich die „Freier“ aalen, die sich zum Überflussgenuss
Ein Kind bestellen
Wir bleiben Kind
Auch wenn wir rasch vergreisen
Schutzwallumgeben sozialglobal vereisen
Und treten wir mit Füßen noch die letzten menschlichen Werte
Irgendwo, tief in uns lebt noch als Kind
Das Unversehrte

Befreiender Regen
für Cisl´s und Mortens Neugeborenes, Aylena,

Befreiender Regen
Befreiend wie Weinen
Du fällst auf die Blumen
Du fällst auf das Gras
Überschüttest die Erde
Mit deinem Segen
Bringst die Steine dazu
Sich zu bewegen
Füllst das leere Glas

Befreiender Regen
Musik fallender Tropfen
Von Sonne befruchtete
Perlen des Seins
Die ans Tor alles
Lebendigen klopfen
Und hören die Antwort
Willkommen, herein!

Im ewigen Kreislauf
Des Wiedergebärens
Des Dürstens, des Trinkens
Des stillen Gedeihens
Als Gegenstück alles
Verharrenden, Schweren
Regen, vorläufiges
Sinnbild des Leihens


In freier Mundart
Für Irene, dem Stelzhamer Franzl ogschaut

Mir geht’s wia in Weda
Amoil sunnig, amoil triab
Des kennt doch a jeda
D´Fraun – amoil grantig, amoil liab

Oba so dicht beinaunda
Des is ollerhaund
So rauben uns Maunda
D`Weibsleut in Verstaund

Weul si niemaund mea auskennt
Wos is hint, wos is vuan
Is so mauncha scho weggrennt
Wos soillt ea sunst tuan?

Oba mauncha is a bliebn
A waunns sunnig woa und triab
Und hot a Gedicht gschriebn
I hob di trotzdem liab


29.5.14

Unterwegs



23. Mai 2014

Unterwegs

Ich sehe die Welt ganz anders, im Verschwinden
Mit wachsender Distanz kommt in den Blick das Ganze
Je näher ich ihm kam, sah ich nur mehr: Detail
Das mir erzählt und strahlt in vollem Glanze
Und lacht und sagt: hier, komm, du kannst mich finden
Und machen, dass ich mit dir tanze
Doch auch die größte Nähe wird mich nicht binden

Ich sehe das alles anders, im Verschwinden
Wenn jetzt, im Rückblick auf das einst so nahe, enge
Das Ganze auftaucht und seine Zusammenhänge
Und Muster und Strukturen sich erschließen
Sich Formen lösen, neu sich bilden und zerfließen
Von weitem und im Abschied siehst du klar
Figuren, Gestalt und Hintergrund, Felder und Fluren
Was sein wird und was war.
Die Gegenwart, dazwischen unterwegs, ist wunderbar


Mit den Wellen

Ich lebe mit den Wogen der Gedanken
Und nur in ihnen fühle ich mich bei mir
Und frei und kenne keine Schranken
Bin selber Welle auf dem Weg zu Dir


Kinder im Bus

Der Bus ist heute Morgen halbvoll mit Schulkindern. Sie lachen und sind laut. Offene Gesichter. Wie viel sie doch aufnehmen, erfahren, ausprobieren. Alles ist Lernen, sozialer Kontakt, ausgelassene Mimik und Gestik, Umwelt sinnlich erfahren, Sprache suchen, versuchen.

Wieviel auch ich wahrnehme. Traurige Augen einer jungen Frau, mehrheitlich abweisende, aber auch einige amüsierte Blicke älterer Menschen. So viele konzentrierte Menschenschicksale. Die Erwachsenen wirken viel weniger lebendig als die Kinder, mehr nach Innen gekehrt, mit ihren Handys und I-Phones beschäftigt, haben ihre sozialen Rollen, Muster und Abgrenzungen offenbar bereits gut gelernt. Eine junge, energisch wirkende Lehrerin zählt, nach dem Aussteigen, die Kinder, draußen auf der Straße, ganz genau ab.

Wie gesagt, auch ich nehme enorm viel wahr und ich frage mich: Ist das nicht auch ein Problem vieler psychischer Störungen, dass wir mehrheitlich in einer unübersichtlichen, künstlichen Welt (vor allem in den Großstädten) leben, die mit Reizen bis zum Bersten vollgestopft ist, und wo es darauf ankommt, wie wir in unserer Kindheit gelernt haben mit diesen überfordernden Umweltreizen um zu gehen, sie wahr zu nehmen, sie einordnen zu können, in wichtige, weniger wichtige und, für uns, unwichtige, wie wir geprägt wurden durch unsere „role models“ mit den Gefühlen um zu gehen, die all diese Reize, vor allem, die, die von den Mitmenschen ausgehen, bei uns auslösen. Viele wehren sie ab, können sie gar nicht zulassen, andere werden von ihnen überflutet und fürchten ihr Selbst zu verlieren.

Die Sitten, Höflichkeiten, Umgangsformen, die die diversen Kulturen in den jeweiligen Epochen entwickeln und in ihren sozialen Strukturen (pädagogischen Institutionen) vermitteln, durch Religion, Ethik, Kultur, Philosophie, Politik und deren medialer Aufbereitung, Darstellung und Verbreitung, dessen was in uns und um uns vorgeht und für uns wichtig sein soll und aus dem sich eine gewisse Norm und Konvention ableitet, wirken unausgesetzt auf uns ein, auf allen Kanälen, oft brutal, ungefiltert und manipulierend, oder von schreiender Falschheit. Und diese klebrige, bedrückende, psychische Substanz, die so gesellschaftlich produziert wird vermischet sich, unausgesetzt mit unseren jeweiligen realen Lebenserfahrungen, elterlichen, familiären, schulischen Prägungen, zu einem oft schwer erträglichen, hintergründigen Lebensgefühl.

Und in all dem chaotischen Wirrwarr sollen wir uns kognitiv, sozial psychisch und  physisch-materiell zurecht finden, uns zu allem ein Urteil bilden, nachdenken, eine Auswahl treffen, zu einer sozialen Haltung und gerechten Handlung kommen, sollen ehrlich sein und ein Gefühl für die Wichtigkeit lebendiger Demokratie und sorgsamen Gemeinwohls entwickeln. Sollen beispielsweise die Europäische Union verstehen, mitgestalten und Europa lieben.

Unglaublich viele, sich oft überschneidende oder widersprechende Reiz- und Informationsmengen, gekoppelt an mannigfaltige Bezugsfelder, laufen also, in Form von Empfindungen und Denkvorgängen, bewusst, auch oft unbewusst, für jeden/jede, im Alltag ab. Die Sprache, die Fähigkeit zum respektvollen Dialog, die ganzheitliche Betrachtung, so wir sie gelernt haben, helfen uns unsere Haltungen gegebenen Falles zu modifizieren und der Situation entsprechend optimal zu gestalten, sinnvoll und möglichst erfüllend unseren ordnenden Weg im ambienten Chaos zu suchen, unseren Weg zu bahnen, unser Leben zu leben. Die, die das weniger gut können, alle hoch sensiblen Menschen, die durch Bindungsstörungen, mehr oder weniger große Traumata, soziale Ungerechtigkeiten und Marginalisierung, geringere Bildung etc.  in ihrer Lebensentwicklung aus dem Tritt geraten sind, über weniger Lebensressourcen verfügen, aber auch chronisch Kranke, vereinsamte, ältere Menschen, also alle, die weniger resilient sind als der „Durchschnitt“, haben es naturgemäß schwerer in „Balance“ zu bleiben, möglichst gesund, aktiv und gestaltend ihr Leben zu bewältigen; vor allem in gesellschaftlichen Ausnahmezuständen, wie z.B. der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise.

Es hängt letztlich von der ihnen zur Verfügung stehenden Lebensenergie und der sozialen Unterstützung ab, in welche Richtung sie den Hebel des Lebens zu bewegen im Stande sind. In die Richtung des Lebens, was Energie Entschlusskraft, Kreativgeist, Hoffnung, Mut, Zuversicht, Motivation und oft große Anstrengung bedeutet, oder hin zur Resignation, Depression, Leiden und Tod, bis zum gesellschaftlich tabuisierten Suizid, (der vor allem in den von der Krise besonders stark betroffenen südeuropäischen Ländern signifikant gestiegen ist), wofür auch immer geringer werdende und kaum mehr auszumachende Ressourcen ausreichen, auch wenn es oft dann im letzten Aufbäumen und im finalen Entschluss, zur Mobilisierung unvermutet hoher, offenbar immer noch vorhandener Energiepotenziale und immer auch einer verzweifelten und paradoxer weise mutigen Kraftanstrengung, also zu einem sprechenden, oft anklagenden, immer aber mitteilenden, kommunizierenden Akt der Selbstauslöschung kommt; angesichts derer die Mitmenschen gerne ihre Mitverantwortung und die Tatsache, dass sie die individuelle Katastrophe nicht zu verhindern wussten, obwohl es in einer gemeinsamen, minimalen Anstrengung und rechtzeitiger Zuwendung, sicherlich in den meisten Fällen möglich gewesen wäre, verdrängen. Von den verantwortlichen PolitikerInnen auf nationaler und europäischer Ebene und den sie beeinflussenden Finanz- und Wirtschaftslobbys, gar nicht zu reden.

Oberflächlicher, meist ohnehin langweiliger Hedonismus, politisches Desinteresse, denkfauler, angepasster, opportunistischer Egotismus, scheinbare Totalinformiertheit bei gleichzeitig zunehmendem realen Kontakt- und Seinsverlust in unseren scheinmedialen, scheindemokratischen, privilegierten, entfremdeten Produktions- und Konsumterrorwelten, in einer gigantischen Blase der globalisierten Gleichgültigkeit und verblödenden Vergnügungsunkultur mit Weltenende-Blockbustern, haben uns sozial immer mehr desensibilisiert und ohnmächtig bleibt uns oft nur mehr abends entkräftet vor dem PC im Internet die Kritik an Drohnenangriffen, erbärmlichen, mörderischen Stellvertreterkriegen, dem Aufkommen rassistischer, antisemitischer Dynamiken, die zunehmende Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen und unseres Planeten zu „liken“.

Die Lehrerin, auf dem Schulausflug zählt ihre Kinder. Zählen wir eigentlich unsere Nachbarn und Mitmenschen und vor allem – können wir auf sie und sie auf uns zählen?


27. Mai 2014

Wolkenverhangener Abend im Mai

Der Abend ist müde, wie die Menschen
Müde vom hin und her, von kalt und warm
Regen und Sonnenschein
Heim wollen alle, alle wollen Ruhe
Ablegen das Gewand
Ausziehen die nassen Schuhe
In einen Sessel sinken
Jetzt bin ich zu Hause
Den Hunger stillen und den Durst wegtrinken
Sich überlassen dieser Atempause
Die ganze Welt sei nun mein Ruhekissen
Hier, ganz bei mir in meiner kleinen Klause
Fühle ich Verbundenheit mit allen Lebewesen
Dann möchte ich eine ungeschriebene Zeitung lesen
Und reden mit entstehenden Kontinenten
Mit den Verschwundenen und Ungeborenen auch
Da fühle ich mich frei, und rein ist mein Gewissen
Und bin ein Kind und denke mir nichts dabei
Noch ungeboren in der Erde Bauch
An einem wolkenverhangenen Abend im Mai

24.5.14

Wahlempfehlung



22. Mai 2014

Vor der Europawahl
Im Hamsterrad

Was ist nun, Frühling, Sommer, Konfusion?
Im Hamsterrad der Städte und des Lebens
Fest eingesponnen, strampeln wir vergebens
Und heben wir den Blick, stellen wir fest:
Da waren wir schon!

Na klar, immer dieselbe Einheitsleier
Das Rad der Arbeit, der Familientrott
Einmal im Jahr dann die Geburtstagsfeier
Und manche tun, als gäbe es einen Gott
Grüß Gott; Herr Meier

Erlaubter Urlaub, wechselnde Kulissen
Von Politik und Medien verschoben
Wir strampeln unzufrieden und beflissen
Erklettern in dem Hamsterrad die Leiter
Und trampeln über manchen Wegbegleiter
Immer weiter

Das Surren dieses Rades lullt uns ein
Doch manchmal fühlen wir uns fast zu Hause
Verschließen Tür und Herz und lassen keinen rein
Und strampeln weiter ohne jede Pause
Im Hamstersein

Das Leben zieht vorüber,
Anderswohin
Doch wir, im immer gleichen drunter und drüber:
Traben uns, ohne Sinn
Trüb und trüber…

Doch wehe, wenn wir dieses Rad verlassen
Und abseits schnuppern nach des Daseins Duft
Aus allen Hamsterrädern brüllen dann die Massen
Schnappt euch den Schuft
Nur nicht nach Luft

Wann hören wir endlich auf im Rad zu strampeln
Wann wird die offene  Käfigtür gewählt
Wann bleiben wir nicht mehr stehen vor roten Ampeln
Und lassen die Parteienhampelmänner hampeln
Und laufen endlich frei und holen uns, was uns fehlt?


18.5.14

Mein ganz privater Schlager



Hallo, Leben

Hallo Leben, hallo, Leben, ich bin noch da, ich spiel noch mit
Ich bin noch nicht ganz aus dem Tritt, ich hab noch einen Stein im Brett
Ich trete noch nicht ab so bald, es steht ja noch der Regenwald
Und manchmal steht er sogar mir, Hallo, hallo und das ist nett,
Hallo, hallo, ich bin noch hier

Ich bin noch nicht zurückgestutzt, die Luft ist noch nicht ganz verschmutzt
Die Meere sind nicht ganz versaut, auch ich bin lang noch nicht im Kraut
Ich lebe und ich liebe noch, pfeif noch nicht aus dem letzten Loch
Und fühle was, ich alte Haut, ich bin zwar alt, doch noch nicht kalt
Schau immer noch nach einer Braut und manchmal schlägt das Herz mir laut

Hallo Leben, hallo Leben, ich bin noch da, ich spiel noch mit
Ich bin zwar nicht mehr Dynamit, doch immer noch ganz schön bewegt
Mein Ast ist noch nicht abgesägt, ich dreh mich noch, so wie die Welt
Sich immer um die Sonne dreht, ich klinge noch, ich singe noch
Mein Leben ist nicht ganz verweht, Zwar ist es spät, doch nicht zu spät
Ich fühle, dass noch etwas geht

Hallo, Leben, hallo, Leben, ich bin noch da, ich spiel noch mit
Ich tanze noch und mach mich fit. Ich hab noch einen Weisheitszahn
Ich bin noch immer ein Vulkan, was sage ich da, ein Vulkänchen
Statt Lava spei ich öfter Tränchen, ich fühle noch das Kind in mir
Ich bin noch Teil vom großen Beben, spür noch den Frühling.
Bin noch hier und wenn ich aufwach, sag ich Dir:

Hallo Leben, hallo Leben, ich habe noch nicht aufgegeben….

2.5.14

Schreiben, lesen…

Das Leben schreibt sich, schraubt sich in uns ein und schreibt durch uns sich fort und kann nur schreibend sein. Das Leben schreibt sich permanent, auf Meerespiegeln, in den Himmel, auf Papier, auf Stein, auf Pergament, Pupillen, Fleisch und Seele, in den Wind und in den Sternenhimmel unseres Universums ein, das Leben schreibt sich nur solange wir sind, in allen Sprachen, allen Stilen, allen Formen, immer und immer neu, aus allen Richtungen, Natur, Kultur und überschreibt sich ständig selbst, als unser aller Kind und schreibt und übertreibt und überschreibt und löscht nie aus, es speichert nur, in allen Elementen, bis ins kleinste Kleine und schreibt und überschreibt und übertreibt, doch löscht nie aus und wir sind sein Papier, sind weiße Seiten, immernie, denn schon sind wir seit urdenklichen Zeiten beschrieben, überschrieben, unkenntlich oft uns, manchmal bis zur Kenntlichkeit im Augenblick der Fantasie, der selbst sich schreibt, so mannigfach, in alle wächsernen Felder, die doch fruchtbar sind, mit Griffeln, Federn, Krallen, Zähnen,  anderem Schreibgerät, das gar nicht wir alleine in unseren Händen halten, in unserem Geschlecht, in unseren Gedanken, Lächeln, Tränen. So schreibt das Leben uns und sich dahin und nur ein Teil davon klingt echt, es wird auch laut geschrieben in Getöne und Musik und unverständlichster Notierung, Mathematik gar und Religion, nur ein Teil davon ist uns kenntlich und beinahe verständlich und so beschrieben, überschrieben, schreiben wir uns selbst ein in das Buch, was sage ich, Buch, das Herzstück allen Seins und allen Werdens und dieses eine-alles schreibt in dem Moment aus mir und lässt mich Zeichen finden und Bedeutung und hat nicht Angst zu lösen sich in Rauch, der nimmer wieder kehrt. So schreibe ich, so schreibe du auch, sonst bist du nie gewesen und stets versuche alles was geschrieben wird zu lesen und zu verstehen. So schreibe, treibe, bleibe aufgeschrieben im großen Leben und im großen Lieben.



Rhetorische Quizfragen, nach dem 1. Mai und vor den Europawahlen:


Der seinerzeitige "Endsieg" des Westens hat den Osten zwar von unerträglicher, staatsmonopolistischer Diktatur befreit, Meinungsfreiheit, "Demokratie", freien Markt und Deregulierung, aber in deren Folge auch unerträgliche, neureiche, maßlose Oligarchen, Nationalismus und Xenophobie, sowie zunehmend totalitär regierende, aufrüstende, korrupte (gibts nur im Osten), politische Führungseliten zum Blühen gebracht, mit denen unsere Regierungen und unsere "freie" Wirtschaft, die längste Zeit über, außerordentlich gewinnträchtige Geschäfte gemacht haben. Die Frage, die sich stellt ist, ob "unser", in einer tiefen, systemischen Krise bis zum Hals steckende, aber, auf eine merk(el)würdige Weise, immer noch stramm die kulturelle, politische und vor allem wirtschaftliche Hegemonie anstrebende, westliche, postkapitalistische System, erst plötzlich darauf gekommen ist, dass es sich seinerzeit noch nicht um den Endsieg und das Ende der Geschichte gehandelt hat, oder war es ihm damals schon klar, dass es sich nur um einen Etappensieg handeln konnte und geht es jetzt also, folgerichtig, nur nach einer, mehr oder weniger ausgeklügelten Strategie vor, die, 100 Jahre nach dem ersten Weltkrieg, auf Putin komm raus, einen dämonischen Außenfeind aufbaut,, der die unruhig werdenden Bevölkerungen, wieder einmal, auf bewährte Weise von den eigentlich existenziellen Problemen ablenkt und sie, durch gezielte, gut orchestrierte und manipulative Propaganda, die vor allem Öl ins Feuer lokaler und regionaler Konflikte gießt und die Stimmung anheizt, ängstigen, verunsichern und nötigenfalls wieder in einen systemerhaltenden, wahnwitzigen und an sich völlig unvernünftigen, sinnlosen, jedoch für die globalen Wirtschaftseigner kurzfristig überaus gewinnversprechenden Völkerkrieg treiben könnte, obwohl ja allen klar sein müsste, dass ein überregionaler, gar atomarer Krieg für niemanden gut ausgehen könnte? Also ist die EU (noch) ein soziales, demokratisches Friedensprojekt? Und ist Österreich noch neutral? Und - sind wir eigentlich noch kriegsimmune Gutmenschen?

1.5.14

Kontrast




Le Tango de l`éternelle ésperance

Sur l`écume de chaque nouveaux jour
Dansent les vieilles amours

Le Tango qui s`en va
Le Tango nous sommes encore la
Le Tango du paradis
A chaque instant reconquis
Le Tango du non-oubli
Le Tango – la vie continue
Le Tango du je me souviens
Le Tango du donne moi ta main
Le Tango du rien ne se perd
Le Tango de tout reste ouvert
Le Tango de hier et démain
Le Tango de jouez musiciens!
Le Tango de chante chanteut
Le Tango de notre bonheur
Mais aussi le Tango des pleurs
Le Tango qui va droit aux coeur
Le Tango démain c`est meilleur

Et quand ce Tango arrive a sa fin
Viennent des autres danseurs, musiciens
Et continuent notre danse
De l`éternelle ésperance

Sur l`écume de chaque nouveaux jour
Dansent les nouvelles amours
Le Tango – encore un tour!



Endgültiges Wienerlied

Des ewige Lebn wirds net spüln
Irgendwaunn wird si`s Herzerl verkühln
Kriagt de Lungan an Schnupfn dazua
Und de Nierndln gebn auf amoil ka Ruah
Kummt vom Fressen, Saufn und Rauchen
A Krebserl den ma net brauchen
Und da Schädl kennt si nimmer aus
Wer und wos er is und wo is er z`Haus
Und de Fiass mochn net wos ma wüll
Überall hast a pampertes Gfühl
Goa net zredn von waßt eh wos i man
Irgendwaunn is ma froh, dass ma afoch nur san
Das net zuvül zwickt, zwackt oder weh tuat
Dass´d beim Aufsteh sagst: es geht ma eh guat
Dass`d no halbwegs umanaundschnaufen kaunnst
Und net von da Fruah bis auf`d Nocht nur mehr raunzt

Na, des ewige Leben wird’s net spüln
Sei froh dass`d no was siechst mit de Brülln
Sei froh dassd no a bissl wos gspiast
Und dein Hamur net gänzlich valierst
A waunnsd innerlich meistens derfrierst
Reiß di ei,  hoit dei Knochnsackl zsaumm
Pass auf di auf und bleib imma aum Daumm
Varlier nur net de Kontenaunce
Gib dem gschissenen Gwigwi ka Chaunce
Und waunn gor nix mehr geht, des kimmert mi net
Schreib i a Liad, weil des Stearbn is ma z`bled
Und a echta Wiener der scheißt si net au
Weil er waß amoil kummt a jede Sau drau
Aber heit no net, heit gemma no furt
Heit samma no voill do und no lang no net durt
Wo de Engerln mit de Deiferln varkehrn
Heit sa ma no lustig in Wean
Hallo!

Ja, des ewige Leben wird’s net spüln…
Irgendwaunn wird si`s Herzerl verkühln
Kriagt de Lungan an Schnupfn dazua
Und de Nierndln gebn auf amoil ka Ruah
Kummt vom Fressen, Saufn und Rauchen
A Krebserl den ma net brauchen
Und da Schädl kennt si nimmer aus
Wer und wos er is und wo is er z`Haus
Und de Fiass mochn net wos ma wüll
Überall hast a pampertes Gfühl
Goa net zredn von waßt eh wos i man
Irgendwaunn wiss man net wos ma tan
Und dann nehmen mir an allem Rache
Und wähln bei da Europawahl: Strache
Hallo

27.4.14

Apropos Segnung und Heiligkeit…



In den eintönigen Wellen des Alltagsmeeres
Im grünen Regen der Gleichgültigkeit
Hat das Leben oft etwas Schweres und Leeres
Und ich denke ich kann seine Last nicht mehr heben
Und dann erhebe ich mich doch aus den Nachlässigkeiten
Den Gefühlen der Ohnmacht und Resignation
Gehe zum Fenster, sehe nach den äußeren Zeiten
Und lausche auf jeden menschlichen Ton

Schnuppere am Duft der Luft, suche der Tropfen Kuss
Trete raus in den Tag und es füllt sich die Brust
Und ich lebe, weil ich will, nicht weil ich muss
Und irgendwo tief in mir regt sich die Lust
Lust auf mehr, Lust aufs Andere, Lust auf Begegnung
Auf Stimmen und Lachen, Fröhlichkeit, Spiel
Und ich weiß wieder weshalb ich weiterwandere
Und empfinde mein Leben als heilig und Segnung
Und weiß, jeder Schritt, den ich tue, ist Ziel

24.4.14

Seinen Tanz tanzen...

Alleine zu Hause
Versuch der Beschreibung eines vorübergehenden Ohnmachts- und Nichtigkeitsgefühls

Ich wünsche euch allen alles Glück und dass ihr das bekommt was ihr euch wünscht. Ich finde keine Worte für die Leere und Ohnmacht, die ich gerade empfinde und selbst mein „Handwerkszeug“, die Heilkraft der Liebe reicht nicht aus, die geballte Energie der aufbauenden Worte und Intentionen, um das permanente Unheil, den Schmerz und die Verzweiflung wett zu machen, die mich, uns, bei genauem Hinsehen, Hinfühlen und Gewahrsein, allüberall umgeben.

Ach, goldener Glanz der poetischen Verschönerung durch das utopische, innere Auge, das, wie ich fühle, allmählich ermüdet und immer mehr einfach nach süßer, oder auch bitterer Ruhe verlangt, die es nicht genügend bekommt, denn alle erdenklichen Lieben dieser Welt können nichts wesentliches am falschen Ganzen verändern, wenn sie sich nicht bündeln und ihr Veränderungs- und Genesungspotenzial gemeinsam entfalten.

Und wieder versuche ich verzweifelt dem Gefühl der Ohnmacht und des allgegenwärtigen Todes zu entkommen, mir gut zuzureden, meine verbliebenen Kräfte zu sammeln in einem „es ist ja nicht wirklich so schlimm!“ und „es geht schon irgendwie weiter, es gibt Hoffnung, es wird eine Lösung geben für die dramatischen Existenzprobleme der Menschheit und des Planeten“. Was für ein starker, mächtiger Schutzreflex, Offenbar Urquell allen Glaubens und letztlich auch Lebens und Liebens, denke ich, denn sonst wäre die Menschheit bei allen schrecklichen, grausamen Naturkatastrophen, Kriegen, Ungerechtigkeiten, Verbrechen, bei aller unerträglicher Scheinheiligkeit, Duldsamkeit und Dummheit, schon lange ausgestorben.

Was für ein lächerlich, hilfloser Trost. Ich werde aufhören mich gegen den Strudel der Verzweiflung so krampfhaft zu wehren, werde mich ihm hingeben, gebe mich ihm jetzt gerade schreibend hin und tröste mich so, wissend um die Zerbrechlichkeit und Fadenscheinigkeit dieses Trostes.

Und dennoch, er wirkt, ich werde ruhiger, ich denke an alle meine Lieben, ich denke an meine Schwächen, Ungenügendheiten, Fehler und versuche mir darüber nicht all zu „böse“ zu sein und ein mildes Gefühl wie eine seltsame Musik erfüllt und wärmt plötzlich meinen ganzen Körper, durchrieselt mich von Kopf bis Fuß; und nein, es sind nicht die schmachtend schönen, lateinamerikanischen Liebeslieder, auch nicht die griechischen, traurigmutigen Zeibekiko Klänge, es ist eine andere Musik, meine eigene Musik,  im Takt der Tasten, die ich anschlage, um meine Gedanken und Gefühle hineinzuhämmern in den Computer, der mich, in meinem momentanen Einsamkeitsgefühl irgendwie doch mit aller Welt verbindet. Es ist ein seltsamer Tastentanz zwischen Resignation und Entschlossenheit, ich nehme mich irgendwie selbst in die Arme und fühle mich allmählich wieder bevölkert von Lebendigem.

Was wollte ich sagen? Gerade noch fühlte ich mich einsam, verzweifelt, hoffnungslos, leer, verschlungen von Wogen des Bösen, des Schmerzes, der Leiden, der Kälte, der Verzweiflung, der Verlassenheit, des Todes, und nun, einige Zeilen weiter, auf wunderbare Weise, fühle ich mich wieder am Leben, wie ein begossener Pudel, ausgespuckt an einem sonnigen Strand und ich horche in mich hinein und dort schreien Neugeborene und junge, glückliche Liebende und reißen mich mit, in ihrem lachenden Wohlfühlschrei des Aprils, der bekanntlich „macht was er will.“

Alles ist immer möglich. Der Ozean der Polaritäten, der eben noch in haushohen Wogen über mich zusammenschlug, hat sich in glitzernde, seidige, stillglatte See verwandelt und ich, kleines Kind. krabble am Ufer, suche nach Muscheln und werfe bunte Steinchen in ihr sanftes, zart schnappendes Maul, habe mich also selbst beruhigt und warte auf baldigen Besuch oder mein endlich wieder Hinaustreten ins Licht der Anderen, um gemeinsam das schöpferische Lebensspiel weiter zu spielen, seinen Tanz zu tanzen.

20.4.14

Lust, egal wo…



Die Lust wächst, alles rechts liegen zu lassen. Den Computer, den Radio, den Fernseher, das Handy auszuschalten. Den Ungeist der Megalopolen zu verlassen und irgendwo an ein Stück Natur anzudocken. An einen Fluss, einen Teich, am Meeresstrand. Erde unter den nackten Fußsohlen zu fühlen und Rinde und Holz und Haut in den Handflächen und unter den Fingerkuppen. Auf dem Rücken liegend in die Sterne zu schauen und auf die Morgenröte zu warten. Der Musik des wachsenden Grases, der Blätter, des Windes, der rollenden Steine zu lauschen und den Tierstimmen aus der Luft, dem Gehölz und den Sträuchern. Teil zu haben an der Welt der Natur, die von uns Menschen so bedroht, bekriegt und zerstört wird. Sich irgendwo auf einem Fleckchen Erde dagegen zu stemmen und das Leben blühen und wachsen, zu lassen, zu pflanzen, zu hegen, zu ernten, zu genießen, es einfach zuzulassen und das zum wichtigsten Lebensinhalt zu machen, bis zum endgültigen, individuellen Loslassen.
Die Arbeit, die freie, lust- sinn- und liebevolle Arbeit, nicht nur zu erleben, sondern zu zelebrieren und von ihr und durch sie zu leben und nicht durch Betrug, Verbrechen, Angstmache, Spekulation, Zinsen,  Zahlungseingänge, sondern von deiner Hände Arbeit, von deiner Fantasie und deiner Vorstellungskraft und egalitärer Zusammenarbeit mit anderen, genährt. 
Die Lust frei zu graben, zu bauen, zu tischlern, Dächer zu decken, Gärten anzulegen, Brot zu backen, Essen zu kochen, nach Wasser zu graben, Trauben in Wein zu verwandeln...die Früchte dieser Arbeit gerecht zu teilen,  wird immer stärker und tönt viel lauter als das Krisen- Krieg- und Katastrophengedröhne der Manipulationsmedien, ihrer Politmarionetten und deren Puppenspieler-Weltwirtschaft, die in Panik die davonschwimmenden Felle der Eliten, auf Teufel komm raus, sichern wollen.
Die Lust in diesem Sinne frei und friedlich zu leben, ob das in Griechenland ist, in Peru oder Frankreich, oder hier oder sonst wo, ist völlig egal, wächst in mir und ich denke auch in unzähligen  anderen Menschen unaufhaltsam. Dafür lohnt es sich aufzu(er)stehen

12.4.14

Ganz einfach, weil du musst…



12. April 2014 
(Morgen hätte meine Mutter ihren 82. Geburtstag)

Ganz einfach, weil du musst…

Jemanden haben
Das heißt, nicht haben
Mit jemandem sein
Und nicht allein
Teilen mit einem Du
Das was du hast
Das was du bist
Das was dir fehlt
Das was dich quält
Und den du nie vergisst
Der für dich zählt
Der in dir ist
Wo er auch sei
Und der wie deine Sehnsucht fliegt
Wild, schön und frei
Der dich in seinen Armen wiegt
Und findet an dir Halt
Mit dem du dich gemeinsam wärmst
Mit dem du deinen Hunger stillst
Und den du nährst
Mit dem wird dir nicht kalt
Weil du ihn willst
Und wirst du krank und alt
Den du umschwärmst
Den du begehrst
Und dessen Glück dein Glück ist
Dessen Angst die deine ist
Um den du bangst
Und den du gehen lässt
Wohin er mag
Und wenn du an ihn denkst
Ist das ein Freudenfest
Und ist er für dich Nacht
Bist du sein Tag
Nenne es ruhig Liebe
Nenn es Freude, Lust
Du gibst dich einfach hin
Ganz einfach weil du musst
Und weil du dieses Müssen zulässt
Ganz bewusst
Und weil es dich nicht abhält
Von der Welt
Und nur die Liebe dich
Am Leben hält
Und es erhellt

10.4.14

Immerschöngreisundkinderlied



10. April 2014

Die Welt braucht einen Boxenstopp, Boxenstopp, Boxenstopp
Einen finalen Botoxflop, Botoxflop, hopp!
Konsumscheißlügen abgeschminkt, abgeschminkt, abgeschminkt
Bis auf die Wahrheit, die nicht stinkt, die nicht hinkt, singt

Die Räder werden abmontiert, abmontiert, abmontiert
Verbrennungsmotor extrahiert, ausrangiert, ausgegiert
Beton, Asphalt und Stahl muss weg, Stahl muss weg, Holz im Eck
Und auch der ganze Chemodreck, Plastikdreck, Schreck

Atombombenmüll wird entsorgt, wird entsorgt wird entsorgt
Gekauft wird nicht mehr nur geborgt, eingetauscht, ausgesorgt
Atomfabriken ebenso, ebenso, ebenso
Luft Wasser Sonne macht uns froh, Bett aus Stroh

Dann gibt es keine Waffen mehr, Waffen mehr, Waffen mehr
Und ergo auch kein Militär, Militär, fair
Die Arbeit ist zum Leben da, Leben da, Leben da
Warum das bisher keiner sah, keiner sah, tja…

Niemand schlägt sich den Schädel ein, Schädel ein, edel sein
Kein Mensch auf Erden ist allein, ist allein, Schwein
Und alle machen Politik, Politik, Politik
Ob groß, ob klein, ob dünn ob dick – das ist schick

Und alle fahren mit dem Rad, mit dem Rad, mit dem Rad
Essen kein Fleisch mehr nur Salat, nur Salat, Tat
Gern lernen wir ein Leben lang, Leben lang, Leben lang
Vom wunderbaren Weltengang, ohne Zwang

Tier, Pflanze, Mensch sind etwas wert, etwas wert, etwas wert
Tun was sie wollen, nichts ist verkehrt, unbeschwert
Die ganze Welt ist unser Haus, unser Haus, Katz und Maus
Und sind wir weg, dann ist nichts aus, Saus, Applaus

7.4.14

Komme zu dir


 
Komme zu dir jetzt,
Die Weite der Himmel konzentrieren sich in deinem Wohnzimmer. Der Himmel über Wien, die Himmel der Provence, die Himmel über Athen, die unbekannten Himmel über Peru…
Ein Großteil der Windernte ist eingebracht, Sonnenherzen glühen in den schlafenden Gitarren.

Komme zu dir jetzt,
Dein Leben war eine Abfolge von Liebe, Stück für Stück fügte sich ihr Segel zusammen, das dich fortbewegt – wohin? Du wirst es erfahren, bald, nicht zu bald.

Komme zu dir jetzt,
Du kannst nichts besitzen, nichts mitnehmen, was nicht in dir ist. Hast zusammengerafft mit deinen Händen und Augen was du tragen konntest im Herzen und in der Seele und immer noch ist Platz genug, aber

Komme zu dir jetzt
Es ist Zeit dir die Zeit zu nehmen, um alles was dich bewegte und noch immer bewegt zu erkennen, zu verstehen, völlig anzunehmen und zu würdigen. Alles, kein Krumen bleibe ungesehen und unverdaut. Du warst unersättlich, bist es immer noch. Alles geht allmählich zur Neige, also verneige dich beizeiten vor allem was du liebtest und liebst. Die Welt, die du dir erschaffen hast, wird weitergehen ohne dich, dich vielleicht ein wenig mitnehmen und das ist gut so, also

Komme zu dir jetzt
Feiere die Abschiede wie eine Ankunft und freue dich auf die Ankünfte, die erwarteten und unerwarteten, wie ein Kind, das seinen wunderbaren Kieselstein findet im gewaltigen Steinhaufen. Lass gehen und kommen die Wellen des Lebens wie sie wollen. Du hast gelernt sie zu nehmen, auch die größten Wogen, durch sie hindurchzutauchen, unbeschadet, nur durchnässt bis auf die Knochen, von deiner Haut ihr glitzerndes Wasser abzustreifen. Du hast gelernt sie furchtlos-furchtsam zu umarmen. Lasse sie kommen und hinter dir verrollen. Irgendwann nimmt dich, deine letzte mit, aber jetzt
Komme zu dir.