14.2.18

Schneemannwut



 Nachwahlbetrachtung

 

Kleiner Mann, jetzt bist du dran
Weil dir niemand helfen kann
Hast nicht nachgedacht und dein Kreuz gemacht
Und da sind jetzt plötzlich ein paar Haken dran


22. Jänner 2018

Spießerpack


Text und Musik, George Brassens,
Übersetzung: Willi Stelzhammer

Spießerpack, Krämerleut
Während ihr euch brav erfreut
An euren Frauen

Hoffend auf Nachwuchs, der
Euem derben Lustverkehr
entspringe

Denkt ihr, bald sind sie auch
Glattrasiert mit dickem Bauch
Notare

Aber zur Strafe werden
Eines Tages dann auf Erden
geboren

Kinder, die unerwünscht sind
Werden, wilde Mähne im Wind
Poeten

Die keine Wunschkinder sind
Werden Mähne wild im Wind
Poeten



7. Februar 2018

Februar-wunderbar
 
Herz ersteint, Herz erkaltet
Weiß, bald ist es ewiges Eis
Liebe, versiegt und veraltet
Was war, nicht mehr weiß

Februar schneit Schnee ins Haar
Vergangenheit, Winterzeit dunkelt
Bald erblüht der Wald wunderbar
Neues Leben und Liebe, funkelt

Zuckerschnee, schön ist der Tod
Eines tötet, anderes nährt er
Gefrorenes Wasser, flüssiges Brot
Keine Gnade gewährt, Leben beschert er

Februar schneit Schnee ins Haar
Vergangenheit, Winterzeit dunkelt
Bald erblüht der Wald wunderbar
Neues Leben und Liebe, funkelt

Herz ersteint, Herz erkaltet
Weiß, bald ist es ewiges Eis
Liebe siegt und gestaltet
Was wird, noch nicht weiß


9. Februar 2018

„Schneemannwut“

 

Ich werde meiner Wut einen Schneemann bauen
In dem kann sie dann zu Hause sein
Der springt im eiskalten Morgengrauen
Mit einem Schrei in den Pool hinein

Zum Glück ist in dem kein Wasser drinnen
Das wär sonst vor roter Wut glatt verraucht
Jetzt kann mein Tag ganz friedlich beginnen
Dazu hab ich nur einen Schneemann gebraucht

Worin kannst du deine Wut unterbringen
In einem Gewitter, in einem Orkan
Sperrst du sie wie ein Tier hinter Gitter
Oder in deinen Grössenwahn
Wirst du Bankier, Politiker, Killer
Ein Ungustlvater, Aquariumsbesitzer?
Baust du deiner Wut eine Zehnzimmervilla
Wirst du Kinderverzahrer oder Hurenaufschlitzer

Oder schickst du sie runter in einen Verein
Haust als Burschenschafter du sie in Schmisse
Steckst du sie ins Ausländerhassen hinein
Wirst Arschloch auf einer Minister Liste

Wozu ist die Wut gut? darf man sich fragen
Dass es sie gibt steht eindeutig fest
Vielleicht nützt du sie einfach mal deine Meinung zu sagen
Und zu verändern was sich verändern lässt

Vielleicht gelingt es dir die Angst zu uberwinden
Und ihre Wut in Positives zu verwandeln
Für sie einen gangbaren Ausweg zu finden
Und du kommst aus der Ohnmacht
Zu friedvollem Handeln

Auch „Gutmenschen“ können vor Wut explodieren
Wenn sie die Wut in sich ståndig negieren
Statt sie und die Wirklichkeit möglichst klar zu erfassen
Und die Wut dosiert rechtzeitig rauszulassen

Zum Beispiel so:

Ich werde meiner Wut einen Schneemann bauen
In dem kann sie dann zu Hause sein
Der springt im eiskalten Morgengrauen
Mit einem Schrei in den Pool hinein….



10. Februar 2018 

Tantes Schwester ist tot

 

Krähen begrüßen den neuen Tag
Unmerklich verändert sich alles
Es ist was ist, mit einem Schlag
Beginnt der Beginn eines Falles

Ein Mensch fällt, eben noch jung
Sein Leben klingt in leeren Worten
Als verschwindende Erinnerung
An Begräbnissen, Geburtstagstorten

Plötzlich, Haare grau, Tante sitzt
Stumme Zeugin, die Schwester geht
Was ist das Leben, das da aufblitzt
Aufflammt und endlich verweht?

Die Kälte des Tages beißt tief hinein
Die Erde betrinkt sich mit Schnee
Wir kommen zusammen, ganz allein
Krähen krähen: vergeh!

Nichts ist dasselbe, alles gleich
Bett, das wir heute verlassen
Ist morgen leer, Hartes weich
Lebendiges muss verblassen

Trotzdem wir stehen wieder auf
Gehen den Weg bis zum Ende
Nehmen Lieben und Leiden in Kauf
Hoffen sinnlos auf glückliche Wende

Wir selber geben uns einen Sinn
Solange wir leben bleiben
Jeder neue Tag ist Beginn
Seite, auf die wir uns schreiben

7.1.18

grundfragen, 2018..

.die frage nach den wesentlichen aufgaben von politik scheint kaum mehr gestellt zu werden: wie ist eine funktionierende gesellschaft zu gewährleisten, die die menschenrechte und minderheitenrechte respektiert, soziale und ökonomische differenzierungen in einer halbwegs erträglichem balance hält, die schwächsten (kinder, erkrankte, alte menschen) schützt und solidarisch inkludiert und ein friedliches und menschliches zusammenleben aller im land lebenden, als grundlage des erhalts von gesundheit, sicherheit, und friedlicher konfliktaustragung, sowie eine möglichst breite und vielfältige demokratische, politische mitgestaltung am demokratischen prozess, und als dessen grundlage einen für alle offenen bildungszugang anstrebt; also eine gesellschaftliche haltung und grundstimmung des gemeinwesens befördert, die begeisterung, schöpfermut und positive zukunftsnarrative und visionen in form von faktenbasierten reformvorhaben in den wichtigsten politikfeldern (arbeit, wohnen, gesundheit, kultur, bildung, zusammenleben) generiert, diskutiert und realistisch, lagerübergreifend, auf den weg bringt?

die aktuelle, provinzielle, kleingeistige, vor allem propagandis-tisch und medial gepushte, von rechtspopulisten und rechtsextremismus-sympathisantInnen durchsetzte dilettantenregierung, schickt sich autoritär, egomanisch kurz-fristig hochgedopt, an, das genaue gegenteil davon zu tun: menschen spalten und gegeneinander aufhetzen, schlummernde rassistische und antisemitisch-faschistische ressentiments bedienen und social.medial hochkochen lassen, grund und freiheitsrechte beschneiden, die ärmsten und schwächsten schröpfen, die superreichen bevorteilen, die gesellschaftliche kohäsion zerstören, die menschen massiv ängstigen, verunsichern, belügen, manipulieren, desorientieren, die psychosoziale gesundheit und den sozialen frieden, sowie die reputation österreichs in europa und der welt, leichtfertig und weitgehend unkompetent, aufs spiel setzen.

gut, die parlamentarische und zivilgesellschaftliche opposition wird lernen sich besser aufzustellen, wir werden jede einzelne verschlimmbesserung dieser reaktionären regierung kritisieren, bekämpfen, verhindern und möglichst bald hinter uns lassen, tief im provinziell-kakanischen mistkübel der geschichte, dessen deckel sich kontrapunktisch zur weltproblematik und potenziellen, nötigen reformdynamik hierzulande gerade öffnet (und als erste diese unselige regierung verschlucken wird), während die gesamte menschheit die hemdsärmeln, zur globalen müllentsorgung zu lande und zu wasser, hochkrempeln muss, um die brennendsten probleme (kapitalistische endzeitkriege, raubwirtschaft, natur- und klimazerstörung- als elends- armut- hunger und fluchtverursacher) endlich positiv und kooperativ einer lösung näherzubringen und eine freie, demokratische, nachhaltig lebensfähige und lebenswerte welt zu gestalten.

meines erachtens lautet die grundfrage des 21. Jahrhunderts, 50 Jahre nach mai 68, verständlich und einfach ausgedrückt:
faschistische, kriegerische barbarei oder nachhaltige, friedliche, soziale, pluralistische demokratie.

2.1.18

Dienstag, 28. August 2007

Mit Hüseyin am See

Geschichte, schon

Der August vergeht
Die Sonne sinkt
Wir retten die Welt,
Wir verfluchen das Geld
Wir sprechen über die Kunst,
Über Kitsch, über Maltechniken,
Über dies und das
Und der See ertrinkt
in einem butroten Tintenfass.

Die Gelsen kommen
Die Zivilisation /wir/
Weichen zurück vor
Dieser Invasion
Still war es da, für
Einen Moment, das Glück
Einfach da zu sein
Und ist Geschichte schon
Im Vollmondschein

Montag, 13. August 2007

Veronika
Wann immer wer dich brauchte, warst du da
Adieu, unsere Schwester Veronika

Du bist gegangen wie du gekommen bist,
bescheiden, durch die Hintertür unserer Herzen
Ich bin stolz mit dir getanzt zu haben
Im Keller unseres Stadtteilzentrums, Centro Onze

Du warst keine Bürokratin, du dientest keinem Staat sondern der Menschlichkeit,
Warst nicht Parteisoldatin, wolltest Gerechtigkeit

Du hast soviel gesehen. Die große Armut und den großen Reichtum
Die Heimat, das Exil, dein Heimatexil.Du dientest keiner Nation
Der Freiheit dientest du, träumtest davon
Und wusstest unerreichbar doch das Ziel
Einer Welt ohne „machismo“, ohne Gewalt, ohne Geld
Wo jeder genug zum Leben hat
Und Mann und Frau sind gleich gestellt

Ich sehe dich, rund und flink hinter dem Tresen stehen
Klein, quirlig, lustig, voll Temperament
Ein Schlückchen Rotwein, eine Zigarette, Empanadas
Veronika, wie sie hier jeder kennt

Du warst kein Großmaul, arbeitetest viel,
wohl viel zu viel hast du bereits ertragen
du spieltest gern und war auch ernst dein Spiel
wie es ganz tief in dir drin aussah, wer kann das schon sagen.

Du glänztest nicht, standst nicht im Rampenlicht
Die Arbeit die du machtest sah man nicht
Was niemand machen wollte, machtest du
Verwaltung, Buchhaltung, und lächeltest dazu

Nun lass mich noch ein letztes mal
Dir Blumen bringen und dir danke sagen
Die Lücke, die du lässt, ist nicht bescheiden
Wir werden stark gefordert sein sie auszukleiden
So gut es geht. Wir können sie nicht schließen
Doch eines können wir dir sicher sagen:
Wir werden unsere Träume weiter gießen
Und einmal wird daraus die Freiheit sprießen
Für die auch du kämpftest, fleißig und still

Und was ich dir heut noch zum Abschied sagen will:
Wann immer ich dich brauchte warst du da.
Adieu, ich danke dir, Veronika

Willi Stelzhammer

Montag, 6. August 2007

Niemands Abend

Schön ist dieser Sommerabend
Er betäubt so manchen Schmerz
Und begleitet, uns die Seele labend
Uns auf unserer Reise winterwärts

Schön der Abend, wenn der Tage Dochte
langsam kürzer werden und verdunkeln
Und das Herz, das noch so kräftig pochte
Unstet wird wie fernes Sternenfunkeln

Abend geh - wie auch die Liebe schwindet
Alles endet einmal in der großen Nacht
Niemand weiß ob er sie wiederfindet,
Ob er den Verlust jemals verwindet
Wenn auch morgen neu die Sonne lacht

Freitag, 3. August 2007

Sehnsucht nach Metamorphose

Ich bin so traurig, ich weiß nicht warum
Der Sommer ist noch nicht einmal um
Ich nehme nichts leicht, ich nehme nichts schwer
Ich tu so als ob nichts gewesen wär`
Als ob es mich gar nicht gäbe

Und ich spüre doch vage da muss noch was sein
Die Welt ist voll Menschen, du bist nicht allein
Und ich streife nicht an, horche in mich hinein
ob ich irgendetwas vernehmen kann, fühlen kann
das mir eindeutig sagt, dass ich lebe

Die Städte sind voll und die Städte sind leer
und ich bin ohne Dich und Du fehlst mir so sehr
so sehr wie dem Fuchs die Traube

Nicht alt werden im Kopf, die Welt neu sehen jeden Tag
ertragen jeden herben Schicksalsschlag
und aus dem Sumpf sich ziehen am eigenen Zopf
Selbstmitleid ja, mit Augenmaß und Ziel
Sich etwa gutes tun und sich belohnen
Doch nicht zu lange und auch nicht zuviel
Wie schwer ist es doch in sich selbst zu wohnen

denkt sich der Fuchs und wird zur Taube
und fliegt davon zu seiner süßen Traube

Adieu für Georg Danzer

22. Juni 2007

Für Georg Danzer

Sommer wars mit einem Paukenschlag
Ein Sturm kam auf – der Frühling war verblasen
Der längste Tag, die kürzeste Nacht
Der Sommer hat den Frühling umgebracht

P.S.Und ncht nur der liegt heute unterm Rasen

O Homer!
Trauerlied für den fahrenden Sänger

Du glaubst du kannst die Welt ertragen
Du glaubst du kannst die Wahrheit sagen
Du glaubst im Ozean der Tage
kannst du getrost die Rückkehr wagen
in dein geliebtes Ithaka
doch das gibts nicht, war niemals da
und scheint uns manchmal doch so nah

Du glaubst nur weil die Sterne blinken
kannst du in ihnen nicht versinken
Du glaubst die Schafe die dir winken
dir applaudieren und schreien Hurrah
suchen wie du nach Ithaka
Es wird dir klar, du hast geirrt
dich irgendwo am Weg verirrt
Hast zwischen Mündern, Kindern, Wunden
dir tausend Traumwege gefunden
und konntest sie nicht alle gehen
hast diese Welt nie ganz gesehen

Verstehst nicht was mit dir geschieht
von Fels zu Fels, von Lied zu Lied
Geschlagen, an den Mast gebunden
Vom Wind gepeitscht, Salz in den Wunden
als Ruder nur deine Gitarre
als Segel deine Sehnsucht nur
liebst du das Fremde und Bizarre
das Nahe, Leise und Vertraute
meidest das Grelle, Allzulaute
ziehst nach dem Kompass deiner Laute
stolz taumelnd deines Lebens Spur
Durch Stadt und Land und Wald und Flur
nach Haus, nach Haus, ins All hinaus

Fliehst falsche Freunde, Kälte, Wände
suchst echte, herzlich offene Hände
doch sind die meist zur Faust geballt
zu einem dunklen Fäustewald
aus Geld und Macht, Neid und Gewalt

Die Hoffnung in den Traum gekrallt,
das Sehnsuchtsegel, prall, trotz Flaute
fährst vorwärts du, kraft deiner Laute
betörend Jungfrauen und Sirenen
mit Liebesliedern und mit Tränen
die dich wie Wellen weitertragen
und ohne Bitterkeit und Klagen
reist ständig du nach Ithaka
Und glaubst du kannst die Welt ertragen
und glaubst du kannst die Wahrheit sagen
und glaubst du kannst die Rückkehr wagen
in dein geliebtes Ithaka

Und jetzt, am Ende deiner Tage
Inmitten deiner armen Lieben
Die stets an deiner Seite blieben
weißt du - es gibt kein Ithaka
Du lächelst mutig: Seht, ich wage
die Heimkehr, seht, ich bin schon da
Im Land, das ich stets vor mir sah
Vorbei der Schmerz, die Not, die Plage
Ins Weite wurde ich getrieben
Ihr Bleibenden, lebt wohl, ihr Lieben
Bin endlich da in Ithaka

Freitag, 8. Juni 2007

Kleiner Nachtrag

25. Mai 2007

Frühling und Freundschaft


Freundschaft ist eine seltene Blume voll Stacheln und Düften und Farben. Freundschaft ist oft eine kleine, armselige Krume, die dich dann nährt, wenn du sie brauchst. Freundschaft ist Magie ohne Heuchelei, ist ein Strohhalm, der dich ncht vor dem Ertrinken rettet, der dir Wasser spendet, wenn deine Seele dürstet. Freundschaft ist unerwartet, nicht abrufbar, aber da. Seltsamerweise da, auch wenn du nicht an sie denkst, nicht auf sie hoffst. Dieses Geschenk braucht keinen Platz, braucht keinen Preis. Es ist überall verfügbar auf seltsame, nie vorhersehbare Weise. Danke.

13. Mai 2007Mütter


Zum 2. Muttertag nach deinem Tod

Das was ihr gebt kann man nur nehmen
Dass etwas lebt ist euer Verdienst
Jeder Mensch der atmet ging durch eure Hände
Eure wunderbaren Hände, von Anfang bis zum Ende
Und alles war gut, Mutter, als du uns erschienst

Wir haben genommen ohne darauf zu achten
Wir haben getrunken an ewiger Brust
Wir haben vergessen dir dafür zu danken
Wir haben das Wichtigste nicht zu sagen gewusst

Dann warst du verschwunden, dann warst du vorüber
Dann standen wir da, Mutterseelenallein
Dann pflanzten wir Träume in unsere Wunden
Rieben Salz der Erinnerung hinein

In jedem Bauch jeder einzelnen Mutter
Werden wir stets geboren aufs Neue
In den Kälten der Arktis, im bengalischen Dschungel
Im Ghetto der Städte, im Rinnsal der Erde
Von der Wiege zum Grab haltet ihr uns die Treue
Halten wir euch die Treue

Mütter, Mütter, Mütter, Mütter - Die Fruchtbarkeit
Mütter, Mütter, Mütter, Mütter - Die Dankbarkeit

Mittwoch, 30. Mai 2007

Poesie & Politik

Sind die Pole zwischen denen sich mein Leben vor allem bewegt. Und Liebe natürlich, ohne die gar nichts geht. Immer schon habe ich Gedichte geschrieben, auch Kommentare zum Zeitgeschehen. In meiner Zeit in Südfrankreich schrieb und inszenierte ich Musiktheaterstücke. Seit 1986 bin ich weder in Österreich. Sozialbewegung, Lichtermeer 1993 und SOS Mitmensch, das Stadtteilzentrum Simmering "Centro 11", das es immer noch aktiv ist, 10 Jahre parteiloser Klubobmann der Simmeringer Grünen, sind nur einige Stationen meiner bisherigen Reise. Jetzt lebe ich in Döbling und arbeite bei Sozial Global im Bereich der Seniorenpflege. Dazu kam ich als "Quereinsteiger", als meine, inzwischen verstorbene, Mutter vor vier Jahren schwer pflegebedürftig wurde. Seither habe ich diesen unbekannten verdrängten und weitgehend tabuisierten, stetig wachsenden Kontinent der Pflege von der "Pike" auf kennengelernt und bemühe mich Kultur in die Pflege zu bringen. Unter dem Motto: die Welt braucht Pflege. Letztes Jahr erschien ein Sammelband meiner Gedichte unter dem Titel "Venedig in Simmering" im kleinen Sonnberg Verlag. Gedanken, Gedichte, Lieder, Kommentare schreibe ich unentwegt und will sie euch ab nun nicht mehr vorenthalten. Raus aus der Schublade - hinein ins (b)logbuch. Quasi als Flaschenpost. Gute Reise!

1.1.18

Guten Morgen 2018



PROTEST-PROSIT!

Freund Georg Scheuer (8. 12.1915-15.9. 1996) war ein österreichischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Journalist und Publizist. Auf seinem und seiner Frau Christas Ehrengrab im Wiener Krematorium  steht folgender Satz seines tschechischen Kampfgefährten Jan, der ihn zutiefst geprägt hat und den er zum Motto seines Lebens machte. Er hat heute mehr denn je Gültigkeit:










An Georg, Christa, Peter, Dieter und so viele andere AntifaschistInnen, die uns fehlen und deren Andenken uns in den kälter werdenden Zeiten und künftigen Auseinandersetzungen stärkend begleitet, möchte ich an diesem Neujahrsmorgen mit einem adaptierten Satz Wolf Biermanns erinnern: „Ach wie nah sind mir manche Tote und wie tot sind mir manche, die leben“ -  und uns mit Lüge und Hetze, Demagogie und Sozialabbau in die Vergangenheit zurück regieren wollen. Es wird ihnen nicht gelingen! Prosit Neujahr!

Guten Morgen, widerständig-kreatives, solidarisches, protestierendes, friedliches 2018!

19.11.17

Gestalt(en) gegen Gewalt(en)



Gestalt(en) gegen Gewalt(en)
Ja, es geht. Welt und Leben nachhaltig umgestalten

Gebannt und ängstlich blicken wir auf eine mögliche schwarz-blaue Regierungsbildung und alle asozialen Scheußlichkeiten, die wir damit assoziieren. Eigene innere Ängste mischen sich dazu, werden auf das Feindbild projiziert und externalisiert und die Angst wird dadurch nochmal gesteigert. Wie wir wissen sind Angst und damit verbunden Resignation oder Wut, denkbar schlechte Nachdenkhilfen.

Mit der von vielen Medien und PolitikerInnen so genannten „Flüchtlingskrise“, die sich m.E. aus tiefen individuellen, nationalstaatlichen und EU- Krisen und Defiziten zusammen-setzt, haben angstmachende, bislang meist verdrängte, existenzielle, globale Probleme, wie Krieg und seine Folgen, Ausbeutung, Unterdrückung und Verfolgung, unvorstellbare Unmenschlichkeiten und verstörende Grausamkeiten, Terror, Ohnmacht und Unsicherheit, mächtig und unüberhörbar an unsere Tür geklopft und wurden in der Folge, medial verstärkt und oft verfälscht, in unser Bewusstsein gerückt.

Im scheinbar unverletzlichen Kokon unserer bequemen Nachkriegsdemokratien,  in dem sich viele unverletzlich wähnten und dem Tagtraum von individueller Freiheit und unbegrenzten Konsums nachhängen konnten, wurde plötzlich die Prekarität unserer westlichen Wohlfühldemokratien spübar. Auch der Umstand, dass diese Demokratie, nicht nur in europäischen Randlagen, in denen Krise und Arbeitslosigkeit, wie in Griechenland, bereits unerträgliche Ausmaße angenommen haben, von einer ganz und gar nicht demokratischen Wirtschaft abhängig und bestimmbar ist. Plötzlich wurde das Aufblitzen  kapitalistischer Raubtierzähne auch unter hiesigen Toleranzmasken besser wahrnehmbar.

Achtung frisch gestrichen

Das, vor allem in Österreich, aus historischen Gründen, ohnehin spärlich ausgebildete staatsbürgerliche Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein, das heißt unsere politische Meinung und daraus resultierend unsere Stimmungs- und Gemütslage, ist in ganz besonderem Maße ausgerichtet, ja geradezu abhängig, von publizierter Information (vorherrschend Krone-Märchenpost u. diverses Gratisgeschleime), die aus einem eingeengten Kreis partei- und wirtschaftsgebundener Medien stammt und obendrein mehr und mehr von sogenannten „social media“ die im günstigsten Falle politische Desorientierung und Verunsicherung verstärken und verbreiten und im schlechtesten, von äußerst dubiosen Quellen zur bewussten Lancierung von Falschinformationen genützt werden; was wir nicht zuletzt an deren fatalen Auswirkungen bei der letzten Nationalratswahl in Österreich merken mussten.

„Social Campaigning“ kann heutzutage, in Umwandlung von Unschulds- in Unholdsvermutung (fast) alles: Gewisse Themen hypen, andere ausblenden, Karrieren befördern, (politische) Existenzen vernichten. Etwas, das in unübersichtlichen, komplexen Krisenzeiten, bei durch normal Sterbliche undurchschaubaren Interessensgemengelagen, durchaus fatale Folgen haben kann wie nicht zuletzt die Wahl Donald Trumps bewies. Bildlich ausgedrückt ist die Gesamtheit der Medieninformation, die Wahrhaftigkeit und Objektivität vorgaukelt, gewissermaßen zum mentalen und psychischen „Elefantentreiber“ geworden.

Der Elefant, wir, die Bevölkerungen, werden von der „öffentlichen“, also veröffentlichten und von uns weitgehend als wahr angenommenen Wirklichkeit, von der unsere eigenen Wahrnehmungsmöglichkeiten, durch (arbeits)zeitliche Einengungen und Lebenssouveränitätsverluste aller Art, immer entfernter sind, ja geradezu verunmöglicht werden, mehr oder weniger geschickt in eine bestimmte Richtung gelenkt. Noch überspitzter formuliert, ist es mit der geeigneten, gut „geschmierten“ Propagandamaschinerie nicht nur möglich uns durch gelenkte, geleakte und gefakte Wahlkämpfe und den daraus resultierenden Ergebnissen, ein x für ein u und ein schwarz für türkis vorzumachen, sondern dem Elefanten die Angst vor Mäusen (oder anderen Sündenböcken) einzuimpfen, damit er die tatsächliche, gut getarnte Gefahr des bis an die Zähne bewaffneten Großwildjägers „freiwildender, globaler Kapitalismus“, nur ja nicht wahrnehme.

Elefant und Großwildjäger sterben

Vor allem soll möglichst niemand mitbekommen, dass unser Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, das auf weitestgehend ungehemmte und unbegrenzte Ausbeutung der Menschheit bis zur Selbstvernichtung getrimmt ist, selbst an sein Ende und ans Aussterben gekommen ist und zunehmend von Panik und Orientierungslosigkeit beherrscht ist. Das Zeitalter des Kapitalismus neigt sich in einer globalen, vielschichtigen Krise seinem Ende zu. Mit den Elefanten werden die Großwildjäger und alles andere auch aussterben. Das Fiat- (Glaubens) Prinzip der Finanzwirtschaft ebenso, wie die auf Selbstzerstörung ausgerichtete Weltwirtschaft, die schon jetzt nicht mehr in der Lage ist, selbst wenn sie es wollte, alle weltweit vorhandenen Arbeitskräfte auszubeuten. Sie verwandelt sie in „unwerte, also unverwertbare Menschen, in Überflüssige. Und die werden mehr und mehr. Um diesem systemischen Dillemma zu entgehen, braucht es einen umfassenden, globalen Systemwechsel vom Konkurrenz – zum Kooperationsprinzip, von der Zerstörung und der Wachstumsreligion zu einem kreativen, ressourcenschonenden, friedlichen Wirtschaften und Zusammenleben.

Blau-schwarz, das noch nicht einmal wirklich regiert, will, wie soviele von Angst und Panik beherrschten Ewiggestrigen aus Politik, Medien und Wirtschaft (und die finden sich in sämtlichen nationalstaatlichen Repräsentanzen des globalkapitalistischen „Nichtmehrweiter wissens“ und „Wildumsichschlagenswollens“, mit aller Kraft und Gewalt das Rad der Weltgeschichte zurückdrehen. Sie werden dies ebensowenig vermögen wie alle ihnen vorangegangenen, reaktionären Machtsysteme als ihre Ablaufzeit gekommen war. Die Geschichtsbücher sind voll von ihnen (die Massengräber leider auch). Vom Zerfall des römischen Reiches zur französische Feudalzeit, von den Habsburgern und dem russischen Zaren bis zu Stalin und Hitler und dessen „tausendjährigem Reich“.
Es geht, wie eigentlich immer schon, um die globale Grundfrage wie wir leben und überhaupt überleben wollen auf unserem kleinen, wunderbaren, aber verwundbaren, begrenzten und endlichen Planeten.

Gleiche Freiheits- und Menschenrechte für alle Menschen, freie, zugängliche,  demokratische Bildungsmöglichkeiten, kooperatives Wirtschaften, Gemeinwohl in Solidargesellschaften, Teilhabe an der Politik in all ihren Bereichen, auch der Wirtschaft, Politik unter Teilhabe von allen, Herstellung von Gleichgewicht zwischen lokalen, regionalen, städtischen, staatlichen, kontinentalen und globalen Politik- und Verwaltungseinheiten, Kultur des Sparens, des nachhaltigen Haushaltens, des friedlichen Mitteilens und Teilens…
Das sind die wirklichen Probleme und Herausforderungen, denen wir uns alle, lager- und klassenübergreifend stellen müssen, wenn die Menschheit überleben soll und will. Dafür gilt es geeignete Lösungen zu finden.

Problemlösungsorientierung statt Sündenbockpolitik

·        Erhalt des Friedens im Inneren wie im Äußeren, durch eine menschengerechte Politik und weitgehender sozialer Gerechtigkeit.
·        Ernährungssicherheit für alle Menschen, Sicherung der Wasserreserven durch die öffentliche Hand, Durchsetzung aller dafür erforderlichen Klimaschutz-maßnahmen.
·        Nutzung brachliegender, noch zu entdeckender wirtschaftlicher Ressourcen, durch neue landwirtschaftliche Techniken, ökologisch-verträgliche Technologien, in der handwerklichen und industriellen Veredelung und Bedarfs- und Verbraucherorientierten Produktion.
·        Demokratisierung der Bildung , Wissenschaft und Forschung in globaler Zusammenarbeit
·        Demokratisierung der ökologischen Produktion und Nutzung von Energie
·        Nutzung der Automatisierung und Digitalisierung für ein menschlich zuträgliches Leben und Arbeiten in freigesetzter Kreativitäts- und Produktivkraft
·        Aufbau von kulturell gemischten Kooperativen in Stadt und Land. Ökologisch vertretbare Stadtentwicklung, Ausbau von neuen Haus- und Siedlungsformen (z.B. Eigengärten für die Selbstversorgung, weitgehende Energieautarkie, …
·        Unbedingte Reisefreiheit und sukzessiver Abbau aller Grenzen durch sanfte und sinnvolle Mobilität, also nicht nur freier Waren-, sondern Menschen- und Ideenverkehr und Kulturaustausch im Rahmen der universellen Menschenrechte.

Alle, die diese und viele andere lebenswichtigen Lösungsansätze und Projekte negieren, und mit aller Gewalt zurückdrängen und verhindern wollen, sind auf dem (politisch und wirtschaftlich letalen Betonweg. LemmingsführerInnen jedweder Parteifarbe, die uns, rückwärtsgewandt um vorfabrizierte Sündenböcke - die Ausgegrenztesten und ohnehin Schwächsten und Ärmsten - tanzen lassen wollen als wären das Lösungen und uns vorgaukeln, dass deren finanzielles und reales Ausbluten, irgendetwas an unseren Problemen, Ängsten und realen Lebenswirklichkeiten ändern könnten, lügen uns ins Gesicht und sich selbst in die Tasche. Sie wollen sich nur selbst und damit die Superreichen Profiteure der Wirtschaftskrisen kurzfristig vor Machtverlust schützen indem sie wirksame Reformen des maroden Systems verhindern. Vor ihrer Angst schützt sie das keineswegs, denn sie befinden sich, wenn sie sich nicht rechtzeitig besinnen, auf dem Weg in den Abgrund auf dem wir ihnen keinesfalls folgen sollten und werden. Wir werden ihnen bald überhaupt nicht mehr folgen und ihnen zumindestens die innere Gefolgschaft aufkündigen.

Siegen können nur alle oder niemand. Das ist der Punkt!

Ein anderer Weg und eine andere Welt sind  möglich und werden kommen, wenn wir uns von unseren eingeimpften, vorauseilenden Ängsten befreien, uns selbst und anderen Mut machen, uns auf den Weg machen, etwas positives tun.
Das befürchten sie ja so sehr, die die ihre ihnen vermeintlich verbrieften Rechte und Privilegien davonschwimmen sehen, deshalb werden sie ja zusehends unverblümt frecher, unbesonner, verzweifelter, mordlustiger, kurz-atmiger. Aus Angst demnächst geschichtlich abgelöst zu werden, werfen sie jede Moral über Bord, wollen raffgierig und kurzfristig retten was zu retten ist. Hinter uns die Sintflut. Und bemerken nicht, dass sie ja noch umkehren, sich besinnen könnten, dass eine wirklich demokratische, friedliche Veränderung auch ihnen mehr Sicherheit, weniger Risiko und ein qualitätvolleres, tatsächlich wert-volles Leben bringen könnte. Stattdessen stürzen sie sich in unmenschliche und sinnlose Austeritätspolitiken, in gewaltvoll autoritäres Teilen und Herrschen, in Koalitionen und Förderung von rassistsischen, ja faschistischen politischen Partnern, von denen sie die Niederwerfung der Opposition erwarten, Dobermänner an ihrer Kette, vor denen sie selbst Angst haben. Deshalb errichten sie virtuelle Marterpfähle für ihre massenpsychosefördernde Sündenbockpolitik und nehmen neuerliche historische Entgleisungen ungeheuren, unvorhersehbaren Ausmaßes in Kauf, die Phrase des „Nie wieder Holocaust“ auf den verlogenen Lächellippen.
Das alles kann freilich kurzfristig ansatzweise gelingen, kann aber auch gehörig ins blaue oder türkise Auge gehen. Die Geister, die da an der Wahlurne so unbedacht geweckt wurden, lassen sich durch gelassene, geschichts- und selbstbewusste Menschen auch durchaus wieder vertreiben. Demokratisch auf der Straße und bei jeder sich bietenden Gelegenheit, zum Beispiel bei der nächsten Wahl. Es muss nicht immer in Katastrophen münden. Die Zeitzurückdreher, der schlimmste davon ein Österreicher namens Schickelgruber riefen ein tausendjähriges Reich aus, das ein dutzend Jahre dauerte. Lange genug für Millionen von Opfern.

Jetzt, zu Beginn des neuen Jahrtausends geht es um nichts weniger als um die nachhaltige Demokratisierung des gesamten Planetens, um die Erneuerung der hart erstrittenen europäischen, demokratischen Grundwerte, um eine universelle Identität des Menschseins, in der lokale, regionale, nationale, kontinentale Identitäten beheimatet sind, um planetare, friedliche Kooperation und die Ermächtigung der globalen Zivilgesellschaft als vielfältige PartnerIn der politischen Repräsentanz.
Wer soll das alles bewerkstelligen? Wir stecken bis zum Hals in unseren täglichen Problemen, haben vereinzelt wenig Macht. Wir sollten uns dazu ermächtigen die eigentlichen Probleme zu erkennen und beherzt anzupacken. Wir können das. Wir, alle gemeinsam. Jede, jeder in seinem Lebensbereich, indem er/sie besser, gewahrsamer und (selbst)bewusster tut, was er/sie gerade tut, reflektiert seinen/ihren Horizont erweitert, sich auch etwas traut, diskutiert und artikuliert, notfalls demonstriert und sich nicht ins Bockshorn der vermeidbaren Ängste und der Boulevardmedienwelterklärung jagen lässt. Kriege sind nicht mehr zu gewinnen. Das sollte uns spätestens seit Hiroshima klar sein. Todos venceremos! Y solamente todos!

15.10.17

Tag vor der Wahl

 


















Der Himmel ist blau
Die Blätter sind grün
Ich sitze im Freien
Wohin ich auch schau
Großes Verblühn


Die Wände sind weiß
Das Kreuz tut weh
Ich trinke Rotwein
Der Abend kommt leis
Wie ein Schattenreh

 












Schwarznacht wird sein
Wenn ich aufbreche
Nur Sterne leuchten dann
Ich bin nicht allein
Mit meiner Schwäche

Morgen wird gewählt
Die Zukunft teile ich
Wie die Gegenwart
Es sei nicht verhehlt
Winter, ich fürchte dich





















Aber nach dir kommt
Der Fruehling, das ist so
Wenn das Feuer erlischt
Welt mir nicht frommt
Kuschel ich mich in Stroh

Widerstand leiste ich so und so!



14.10.17

Wählen wir das Beste!

Wir, das Volk, haben uns das Beste und die Besten verdient

Es ist halb fünf, der Himmel draußen ist klar. Die Nerven prickeln, ich bin aufgewacht mit schwerem Kopf, in einer vollen Leere. Ein Tag noch, dann die Wahl, in diesem kleinen Österreich. Ich fühle in mir alle Last der Erdenschwere und frage mich wie es wohl wäre, wenn nach dem Sonntag die ewig Gestrigen, in welcher Form und Farbe auch immer, gegen den Lauf der Zeit, zügellos die Zügel übernähmen und wäre es auch nur für kurze Zeit, es wäre zum Kotzen und zum Schämen. Nein, dazu ist dieses Land, sind wir alle zu gut.

Ist es zuviel verlangt, von PolitikerInnen anzunehmen sie wären kompetent und gäben, so wie die allermeisten von uns, ihr Bestes? Wir sind es ja, die ihre Arbeit finanzieren, in deren Dienst sie stehen. Wir, die Straßen und Häuser bauen, in den Schulen und Universitäten lernen und lehren, Dächer decken, Müll beseitigen, U-Bahnen, Flugzeuge, Züge lenken und dafür sorgen, dass das Leben für alle Menschen hier möglichst gut erträglich ist. Wir stehen in den Arztpraxen, machen Dienst in den Krankenhäusern, gehen von Wohnung zu Wohnung, pflegen unermüdlich Alte und Kranke, wir ziehen unsere Kinder groß, betreiben Fabriken, beackern die Felder, sorgen für Sicherheit und friedliches Leben in Stadt und Land für alle. Die PolitikerInnen sollten auf eine gut funktionierende Gesellschaft, deren Zusammenhalt, möglichst gute Stimmung, sozialen Frieden achten und mit uns allen an der gemeinsamen Lösung der großen, weltweit anstehenden Konflikte und Probleme arbeiten.Wer von ihnen tut das? Wer hebt seinen Kopf über den nationalen Tellerrand? Wer verdient unser Vertrauen?

Fühlen und denken wir in uns hinein, lassen wir uns nicht belügen. Die öffentliche Meinung hat mit der veröffentlichten Meinung nur sehr wenig zu tun, genausowenig wie beauftragte, käufliche Umfragen. Lassen wir uns nicht verführen und manipulieren, von übertrainierten Worthülsenproduzenten und eitlen, egoistischen, korruptionsanfälligen, karrierebesessenen Angstwindmühlenbetreibern!

Demokratie lässt sich nicht auf ein lächerliches Kreuz im runden Kreis reduzieren. Sie muss im Alltag lebendig sein. Sie ist eine sich ständig weiterentwickelnde, von allen Menschen zu erbringende, schöpferische Kulturleistung, die auf soliden, qualitätsvollen, unverhandelbaren Werten, Freiheits- und Menschenrechten, sozialer Gerechtigkeit, gerechter Chancenverteilung, politischer und kultureller Vielfalt, bestmöglicher Bildung und Lebensqualität der menschlichen Gemeinschaften und vor allem dem Friedenserhalt beruhen muss, will sie sich diese Bezeichnung verdienen.
Morgen findet eine wichtige Wahl statt, die mitentscheidet wohin sich Österreich in Zukunft entwickeln wird. In Richtung derer die, illusionär, die Zeit zurückdrehen wollen zu finsterer, nationalistischer Kleinstaaterei, Ausgrenzung, Verschärfung der sozialen und kulturellen Gegensätze, Abbau der sozialen Sicherheit, Aufhetzung der Menschen gegen Menschen, Aufbau autoritärer Macht- und Führerstrukturen, Zerstörung Europas, statt endlich Ausbau eines starken, sozialen, demokratisch verfassten und weltoffenen Europas, oder in Richtung einer menschenwürdigen Alternative. Einer kreativen, demokratischen Allianz demokratischer Parteien, in Zusammenarbeit mit der vielfältigen Zivilgesellschaft, für eine zukünftige Reformkoalition auf der Höhe der Zeit und ihrer zahlreichen, komplexen, nur parteien- und lagerübergreifend zu lösenden, Herausforderungen.

Wir haben die Wahl. Wir werden Sonntag sehen wie gefestigt die Demokratie in Österreich, wie stark verankert die Reformkraft der Kreisky-Ära in der Bevölkerung noch sind. Ich meine und hoffe, dass wir nicht so blöd sind wie es uns Boulevardmedien, unverantwortliche "Politberater" und „Spindoktoren“ glauben machen wollen. Hoffen und wählen wir das Beste!