3.10.16

ich bin gestalttherapeut



 











gestern abend mit meinem sohn oleg bei der graduierungsfeier des ig wien, mit der ich 7 jahre studium der psychotherapiewissenschaft an der sfu und die gleichzeitige berufsausbildung zum gestalttherapeuten endgültig abgeschlossen habe.

danke an meine kinder und meine große familie, an alle wunderbaren menschen mit denen ich bisher mein leben teilen durfte, danke allen freundInnen und kollegInnen, lehrtherapeutInnen und supervisorInnen und vor allem meinen klientInnen, von denen ich, tag für tag, in der psycho-therapeutischen beziehungsarbeit soviel tiefgründiges und lebenswichtiges lernen darf.


poesie und politik waren und sind wichtige teile meines lebens, 2004 kam die mobile pflege dazu und seit 2009 die psychotherapie. wenn der gestalttheoretiker max wertheimer sinngemäß sagt, dass das ganze mehr und vor allem etwas anderes ist als die summe seiner teile, kann ich das für mein bisheriges "ganzes" durchaus bestätigen: ich bin gestalttherapeut!

24.9.16

Zeit für ein Gutmenschenzeitalter

Zurichtungen für die Abwegigkeit 

 

Wie geht’s so? Geht’s noch? Geht so Politik und Demokratie? Wir denken politisch meist in den Zuckerberg-Formaten von "Fakebook" und "Zwitter", also ziemlich kurzatmig. Für längere Reflexionen lassen uns ja stressreicher Job und konsumgeschwängerte Alltagsumtriebigkeit kaum Zeit. Aber denken wir eigentlich noch? Ja, bloß wir denken wie wir leben. Zumeist in medial-virtuellen Scheinwelten Leben wir überhaupt noch? Keine Zeit darüber wirklich nachzudenken.
  

Scheinwelten in Scheinöffentlichkeiten

 

Wir verschlingen vorgekaute, meist ungenießbare, giftige Kost und vergessen sie oft wieder auszuscheiden, uns Kopf und Sinne wieder frei zu machen. Der erbärmliche „Österreich“- „Heute“- „Krone“- und sonstige Kurzmeldungsmüll öffentlich-rechtlichen und vor allem unsäglichen privaten Zuschnitts, der uns täglich alle möglichen Ängste durch Terror, Selbstmordattentate, Gewaltverbrechen, TV-Verblödungskrimiinhalte, sowie seichte Konfluenz- und Konsumangebote und endlose, giftfalschsüßliche Werbung etc. um die Ohren fliegen lässt, hat sich ziemlich hartnäckig in unsere Synapsen und Gehirnzellen eingebrannt, sickert langsam ein und blockiert nach und nach alle Organe unseres Individual- und Gesellschaftskörpers. Wir werden zugerichtet, tagein, tagaus. Zugerichtet für die verblödete Angepasstheit, konditioniert für Untertanen- und Mitläufertum und alle nur erdenklichen Abwegigkeiten und (un)demokratischen, (un)menschlichen Grauslichkeiten.

Frühling der Patridioten?

 

Dabei ist es eine strukturelle Frage, einer zunehmend aus dem Ruder laufenden, ständig wachsenden Apotheose struktureller Gewalt eines kapitalistischen Systems, das lange schon am Ende ist, vorne und hinten versagt und nur mehr durch Routine, multiple Abhängigkeiten, mörderische Gewohnheiten und introjizierte Fantasielosigkeit am Leben gehalten wird und das in sich selbst, wie schon der große Sozialist Jean Jauress treffend meinte, "den Krieg wie die Wolke den Regen trägt"… und ich würde ergänzen: der Kapitalismus produziert zwangsläufig eben keine freien Märkte, die sich selbst und die Gesellschaft regulieren, sondern konzentrationären Totalitarismus und Faschismus, Krieg, Katastrophen, einhergehend damit Flüchtlingsbewegungen und – wir haben zum Glück erst ein Exempel dieser „meisterhaft rational-irrwitzigen, pedantischen und gründlichen Monstruösität“: den Holocaust - die industrielle Auslöschung des „Anderen“, Fremden, und letztlich, konsequent weitergedacht - die Selbstauslöschung der Menschheit. Dieses kapitalistische System, das von der Ungleichheit und von der Ausbeutung und dem Raub menschlicher und materieller Schätze, also ureigentlich parasitär und zerstörerisch „lebt“, in einer immer unerhörteren, fauligen, süß-anästhesierenden Odeur des brachialen Sterbens; es kann nicht (mehr) anders, es ist reif für die Halde der Geschichte.

Rückbesinnung auf das menschlich Wesentliche und Machbare 

 

Dazu gehören: Teilen des reichlich Vorhandenen, Kooperation und Kreativität in allen Lebensbereichen, mehr Lebensqualität durch ganzheitlichen, interdisziplinären Kontakt und Dialog. Bescheidenheit in allen Lebens- und Arbeitsbereichen, also auch der Politik, sind angesagt. Eine tiefe, quasi revolutionäre Reform unseres Staats- Politik- und Verfassungsverständnisses. Evidenzbasierte, dem Menschen und seinen sozialen und elementaren Bedüfnissen verpflichtete Kultur, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik, qualitätsvolles, den Menschenrechten verpflichtetes Verständnis von einer sich mit der Gesellschaft mitentwickelnden, lebendigen Demokratie, die niemanden ausschließt und die Meinung und Rechte der Minderheiten respektiert und berücksichtigt. 

Neue Formen, des Arbeitens und des Zusammenlebens, neue, verfeinerte und den Lebensverhältnissen und deren Problemen angepasste Formen der demokratischen Gemeinschaftsgestaltung, der Wirtschaft und aller anderen Teile der Gesellschaft. Diese Bewegung mit diesen Zielen gibt es ja bereits. Die vielfältige, vielgestaltige, vernetzte Zivilgesellschaft. Aber, sie wird aus dem öffentlichen Bewusstsein häufig verdrängt, von der veröffentlichten Meinung kaum wahrgenommen, deren Produzenten sich ja in den vorhin beschriebenen Routine- und Abhängigkeitsverhältnissen am Gängelband der sich auflösenden Machtzentren der aktuellen Macht- und Einflusshaber befinden.


Raus aus dem Brei von Bequemlichkeit und Denkfaulheit

 

Wir nehmen hin die Flut an Manipulationen, verkürzten Abbildungen dynamisch-komplexer Wirklichkeiten, die immer öfter erkennbar als vereinfachte, verkürzte Hetze und Propaganda des Machterhalts daher kommen und uns in den sich auflösenden Spuren innerhalb der einstürzenden Pferche der Machtapparate halten wollen.

Die Austeritätspolitik des, von Gewerkschaften und Sozialdemokratischen Parteien (aber auch von den meisten anderen), entmachteten Interessensvertretungen unwidersprochen ausufernden Neoliberalismus, stürzt die Welt in permanente Krisen, produziert Gewalt, Krieg, Hass, Feindseligkeiten, das einander Ausspielen von Menschengruppen und Kulturen. Und wir in unserem komfortablen Brei der Bequemlichkeiten, Routinen und Denkfaulheiten lassen das „machtlos“ gewähren, gewöhnen uns Schritt für Schritt an die „Selbstverständlichkeit“ der Unmenschlichkeiten, nehmen die blöd-hasserfüllten Fratzen von Maulverbrechern und Schreibtischtätern als politische Aussagen hin, schlucken es, berichten journalistisch darüber und wundern uns – wenn Asylheime brennen, Menschenrechte sukzessive abgeschafft werden, die Saat der Gewalt in rassistischen Morden aufgeht. Gewöhnen uns als Sozial-Christdemokraten oder sonstige –„Kraten“ und „Isten“ daran, dass den ärmsten der Armen immer mehr weggenommen wird: Kürzungen, ja Streichung der Mindestsicherung für Asylberechtigte und bald auch alle anderen Solidaritätsbedürftigen; und dass Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung wie Vieh, potenzielles Schlachtvieh, auf Inseln eingekerkert werden, unterworfen den Festungsstrategien der Abschottung Europas, auch mehr und mehr Opfer der Hunger- und Klimakatastrophen darunter, und der von uns, ob wir es wollen oder nicht, mitgebilligten Kriege im Interesse der florierenden Waffenproduktionen. Menschen, die zur Flucht gezwungen, mafiösen Schleppern überlassen, zu tausenden im Mittelmeer ertrinken, an dessen Stränden wir in unsere erbärmlichen Urlaube fahren. (Urlaub kommt übrigens ureigentlich vom Wort er-lauben); Wir leben also, oder besser vegetieren in unseren (Noch)-Wohlstandskerkern in korrumpierten Abhängigkeiten und abhängigen Abwegigkeiten genau in den Formen und Modi, die uns die kapitalistische Gesellschaft in ihrem finalen Rückzugsgefecht, das sich derzeit als allumfassender Angriff und einzig gangbarer Weg gebärdet, erlaubt.


Die Angst der Eliten vor friedlicher, globaler Revolution

 

Populisten wie Putin, Le Pen, Orban, Hofer, Erdogan, Pühringer, Niessl, Kurz, Doskozil… und wer sich sonst noch angesprochen wähnt, werden von einer kalt (und falsch) berechnenden und berechneten Austeritätspolitik a la Schäuble, die Millionen von Arbeitslosen und tiefsten Sozialnotstand (Griechenland), generelle Abstiegs- und Existenzangst, vor allem im sogenannten europäischen Mittelstand zu Folge hat und durch Ängste, die von der Hetze gegen Kriegsflüchtlinge, Opfer derselben globalen Raub-Wirtschaftspolitik noch einmal verstärkt wird, genährt und gefördert. Resultat: Rechtspopulismusschwemme, der ganze braune Pegidasumpf, Rassismus im Netz, Identitäre, Rechtsruck der „Mitte“ und Entdemokratisierung und Entsolidarisierung nationaler Regierungspolitiken, zunehmende sozialpsychische Destabilisierung, Abbau sozialer Kohäsion, Anstieg von Hass und Gewalt, also die ganze Palette der Kehrseite der aktuellen europäischen Austeritätspolitik.

Die „Eliten“ haben Angst vor der globalen Revolution, vor echten SozialdemokratInnen und echten ChristInnen, vor echten humanistischen Wertehaltungen, vor aufrechten DemokrateInnen, die allesamt heutzutage schon als Linksradikale diffamiert werden, wenn sie nur menschenrechtliche und demokratische Selbstverständlichkeiten einfordern. Sie haben Angst vor dem immer noch nicht verhallten Echo des legendären Ausspruchs Guevaras: „schafft ein zwei, viele Vietnam“, dass sich ein weltweiter Aufstand für soziale Gerechtigkeit realisieren könnte und kreieren dagegen prophylaktisch höchst gefährliche Feindbilder jeglichen terroristischen Zuschnitts (IS) gegen die sie weitgehend unwidersprochen ihren antiterroristischen, legalen Staatsterror (nicht legitimierte, abenteuerliche Militärinterventionen (Irak, Afghanistan, Lybien…), rasante militärische Aufrüstung, unkontrollierter Einsatz von Killerdrohnen, Ausbau der elektronischen Massenüberwachung, Einschränkung der bürgerlichen Grundrechte), sowie diverse andere virtuelle und reale Zäune und Festungsmauern, gegen jeglichen, auch noch so friedlichen und legitimen Widerstand hochziehen können. Sie fürchten und das nicht zu Unrecht, einen neuen, weltweiten, friedlichen „Spartakusaufstand“ der Milliarden total Entrechteten, genährt und versehen mit positiven Arbeits- und Lebensvorstellungen von der weltweiten, vielfältigen, immer größer und intelligenter werdenden Zivilgesellschaft und deren Credo, dass eine andere Welt nicht nur möglich, sondern, angesichts aktueller Entwicklungen, überlebensnotwendig ist.

Miteinander reden und Teilen, sorgsam mit den materiellen, ideellen und kulturellen Werten umgehen, einfühlsam, dialogisch, kooperativ, Grenzen auflösen, Bildung für alle schaffen, Institutionen zum Wohle aller Menschen, mit Ziel auf eine demokratische Weltregierung. Verfeinerte, den Lebenswirklichkeiten entsprechende Demokratie, Ausbau der individuellen und gesellschaftlichen Rechte, bei gleichzeitiger Aufwertung der Gemeinden und Regionen. Eindämmung der egoistischen, national-populistischen Regierungen durch die Stärkung und Festigung einer solidarischen, demokratischen und friedlichen, den Menschen nahen Europäischen Union, also einer Union der Menschen in Europa. Ende der Waffenproduktionen, technischer und technologischer Fortschritt, wie Automatisierung, zum Profit für alle Menschen. Arbeit und/oder Mindestsicherung für alle. Die gewonnene Freizeit für sinnstiftende, sozial und gemeinschaftlich nützliche Tätigkeiten, Schluss mit Gewinn an Kriegen, Menschenhandel und Kinderarbeit.

Das Gutmenschenzeitalter steht vor der Tür

 

Es ist nicht mehr zu übersehen: Das aktuelle kapitalistische System in der Krise, kann und will die gesamte Weltbevölkerung nicht mehr beschäftigen und versorgen, produziert Krisen, zerstört die Welt und ihre Lebensgrundlagen, stürzt die Menschheit in Chaos und sinnloses Blutvergießen.

Das was wir derzeit erleben, den Aufstieg der Populisten, den Versuch der Zerstörung der Europäischen Union als Friedens- und Sozialprojekt, die Illusion Konflikte könnten durch Gewalt und Kriege gelöst werden, der wachsende Ausschluss der Mehrheit der Weltbevölkerung von Arbeit und selbst bescheidenem Wohlstand, produziert Hass, Aggression, Zerstörung, die sich letztlich auch gegen die vermeintlich Herrschenden wendet. Es braucht evidenzbasierte Politik und Wirtschaft, es braucht demokratische Teilhabe und gerechte Verteilung des Wohlstands, sinnvolle Arbeit und sinnvolles Leben für alle. Empathischen Umgang statt mörderischen Konkurrenzkampf. 

Der Mensch ist gut, er ist ein Gutmensch und dieses Zeitalter, das Gutmenschenzeitalter steht weltweit vor der Tür und ist durch nichts aufzuhalten. Machen wir die Türe auf, überschreiten wir die Schwelle. Ein Zurück in die Abgründe von Krieg und Massenvernichtung darf es nicht geben! Ergreifen wir die Chance auf eine offene, friedliche Weltgesellschaft.

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24.8.16

Ich pflücke Augenblicke



25.Juli 2016.

Alles nur verlogen

Es ist ja alles nur verlogen, hinterfotzig und verbogen, wohin du auch schaust alles Schein, nichts ist authentisch, alles Werbung, Luft ist rein für die Lügner und selbst die Liebe ist im Grunde egozentrisch mutterseelenallein. Welt ist heil und nett sympathisch mit fettem Schwiegersöhnchenlächeln wie es sonst nur Hofer kann, doch dahinter brennen halt Fluechtlingsheime dann und wann, weil „Daham statt Islam“ und  "Kusch du Tschusch" und "daheim brauner Schleim", sagt das Zahnpastalächeln mit den blitzblauen Augen und geriert sich als Opfer mit herzigem Dackelblick, redet Windbäckereien und ist liebender Papi und der Demokratie bricht er nett das Genick. Viele sind ganz gerührt und entrüstet aufgerüstet, in die Irre geführt im "Daham" eingenistet, aufgehetzt, gut vernetzt, folgen Naziparolen folgsam im Internet und sie kreischen und bellen überschreiten die Schwellen hin zur Unmenschlichkeit, wollen vernichten, verjagen und zur Menschenjagd blasen, zur Ewiggestrigkeit Allzeit bereit.


27. Juli 2016

Parva Mundi

Die Welt verkleinert sich
Sie wird zum Raum
Die Wirklichkeit verfeinert sich
Sie wird zum Traum
Der gosse Hunger wird ein Löffel Brei
Die grösste Liebe kommt
Und geht vorbei


30. Juli 2016

Wollt ihr?

Wollt ihr den totalen Schutz
Dann macht nicht den totalen Krieg
Sonst kriegt ihr die totale Macht
Die macht alle tot


31. Juli 2016

Traumjägers Andacht und Einsicht

Bin so vielen Träumen nachgejagt
Die Wirklichkeit ist oft entschwunden
Und ich habe so viele Tage vertagt
Und so viele Wunder verwunden

Was gäbe ich, machte ich ungeschehen
Die Hälfte der Fantastereien
Könnte ich dafür mit Vater mehr fischen gehen
Ich hoffe er wird's mir verzeihen


1. August 2016

Ein jedes will

Ein jedes will leben
Sich zum Licht erheben
Aus Dunkel und Kält`
Ein jedes will gedeihen
Wachsen, sich befreien
Ein jedes ist eine Welt

Ein jedes will leben
Und sich weitergeben
In Ewigkeit sein
Ein jedes will lieben
Und ist doch geblieben
Am Ende allein

Wir, die das erkennen
Sind auch nicht gescheiter
Sind Sprossen der Leiter
Die wir selbst verbrennen

Ein jedes will leben
Am Rebstock die Reben
Im Feuer die Asche
Das Loch in der Tasche
...

3. August 2016

Ich pflücke Augenblicke

Ich pflücke Augenblicke aus des Alltags Garten
Und binde daraus einen Blumenstrauß
Den nehme ich, ich kann es kaum erwarten
Am Abend mit nach Haus

Stelle ich ihn dort in eine blaue Vase
Erglänzt im Zimmer Welt aus Blütenduft
Steigt kitzelnd hoch in meine Nase
Spendet mir frische Luft

Kein einziges Lächeln hat umsonst geblüht
Kein Augenblick ist unbemerkt verblasst
Wenn du, um jeden Augenblick bemüht
Versammelst Lust aus Last.

28.5.16

Himmel

















27. Mai 2016

Am Abend leuchten die Augen der Toten

Am Abend leuchten die Augen der Toten
Am Himmel auf, als wären es Sterne
Und ist der Himmel doch in unserer Brust

Sie wachsen ja mit uns in die Weite
Sie warten ja auf uns in der Ferne
Am Abend leuchten die Augen der Toten
Das wird uns manchmal auch bei Tag bewusst

Dann sind sie uns nah, umarmen und kosen uns
Und ein wohliger Schauer stellt sich plötzlich ein
Gesichter ziehen auf – und lächelnd vorüber
Wir fühlen uns bewacht, geliebt und sind nicht allein

Am Abend leuchten die Augen der Toten
Am Himmel auf, als wären es Sterne
Und ist der Himmel doch in unserer Brust


Ach, meine Himmel der Freude

Ach, meine Himmel, die mir stolz entglitten
Und meine Liebe, meine Freude, du
Ich möchte euch nicht missen, nicht um Rückkehr bitten
Ich sehe neuen Himmeln nun mit Freude zu

Wie Wolken aufblühen in Abendsonne
Wie frische Knospen an den Bäumen prangen
Die Freude stirbt nicht ab und auch nicht das Verlangen
Mit allem eins zu sein, alles in mir zu tragen

Ach, meine Himmel, die mir stolz entglitten
Ich werde euch immer tief im Herzen tragen

22.5.16

Tag der Wahl

Ich war auf dem Balkon, Vollmond hat mir gesagt
Kein Grund zur Panik, leg dich wieder hin
Ängstlich und schlaflos sein, hat keinen Sinn
Der Untergang der Welt ist bis auf weiteres vertagt

Die Milchstraße daneben hat ihm Recht gegeben
Hat mir beruhigend ewig zugeschimmert
Auch wenn sich momentan die Welt verschlimmert
Am Ende setzt sich immer durch das Leben

Sie müssen es wissen, dachte ich und doch
Fühlte ich in mir ein Unbehagen nagen
Denn der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch
Und das müssen heute wir schon selbst verjagen:

Ja zu Van der Bellen heißt den Nazis NEIN zu sagen

10.5.16

Es gibt eine bessere Welt






















Es gibt eine bessere Welt

 

Es gibt eine bessere Welt
Ich konnte sie öfter schon spüren
Sie lebt ja in dir und in mir
Sie ist noch nicht da und doch hier
Öffnen wir ihr alle Türen

Sie ist ja Liebe und Licht
Aus unerschöpflicher Quelle
Sie leuchtet aus jedem Gesicht
Du fühlst es, siehst es noch nicht
Das ewig Helle trag über die Schwelle

Wie das Blätterglitzern im Wind
Erblüht sie in Zwischenräumen
Zum Weg, den wir noch nicht gegangen sind
Nimmt Gestalt an in unseren Träumen
Mit jedem geborenen Kind
Wir werden sie nicht versäumen

Es gibt eine bessere Welt
Ich konnte sie öfter schon spüren
Sie lebt ja in dir und in mir
Sie ist noch nicht da und doch hier
Öffnen wir ihr alle Türen

 Am Wegrand

 

Bin eine Pusteblume die am Wegrand steht
Bald werden meine Samen mir entfliegen
Wenn meine Puste dann zu Ende geht
Werd ich verwelkt in einer Ecke liegen
Doch alle meine Samen werden fliegen
Wohin der Wind sie weht

So geht es allen schon seit allen Zeiten
Das wächst, entfaltet sich, erglüht, verblüht
Was dir gegeben ist, kann dir entgleiten
Werd bis zuletzt nicht deines Lebens müd
Genieß es jeden Tag, geh nicht verfrüht
Auch nach dir wird die Liebe sich verbreiten

Guter Tag im Frühling 16

 

Die Welt zieht sich wieder grün an
Buschig und dicht belaubt
Zier dich nicht und sei dabei, Mann
Bleib nicht am Rand, sei dabei, dann
Wenn sich die Welt entstaubt

Himmel, der Blau wieder frei spricht
Wasser glitzert sich frei
Wenn der Frühling hereinbricht
Sonne uns rot ins Aug sticht
Mit oder ohne Partei

Wenn die Nacht auf der Wacht steht
Aufstand liegt über dem Land
Wenn die Freiheit vorbeigeht
Und sich im Mai nach uns umdreht
Wankt jede Festungswand

4.5.16

wahlempfehlung für alexander van der bellen

politik ist viel mehr
als bloß ein kreuz zu machen:
kreuze verhindern!

zu kreuze kriechen
vor hetzenden kreuzzüglern
kreuzbrave täter

das hackel ins kreuz
der schwächsten zu schlagen ist
verführweg der macht

festungen fallen
mauern trennen uns vom du
nur offenheit schützt

leben ist viel mehr
als bloß ein kreuz zu machen:
kreuze verhindern!




12.4.16

Der Mir san E mir von St. Pölten

weil mir grad danach war...

Der Mir san E mir von St. Pölten
(der Subtext der PK nach dem ÖVP-Wechsel)

Der Erwin heißt nicht Erdogan
Und hat auch keinen Turban an
Hat weder Haar noch Harem
Doch Lust nach Macht und Barem
(drum spekuliert` in USA
Sein Kämmerer, der Sobotka)
Erwin regiert, urgiert und giert
Nach Macht und nach Bestätigung
Und sinnvoller Betätigung
Auch in der Pension
Denn klebt man noch so auf dem Thron
Wie in dem Speck die Made
Auf Dauer ist das fade
Drum schnell eine Rochade

Tausch ma schnell die Mikl Leitner
Die kommt in Wien ja eh nicht weiter
Und is bei mir nun ewig Zweiter
Gegen den Sobotka, der ist schon zu lang da
Diesen eitlen Zornerreger und an meinem Sesselsäger
Den wollen wir nach Wien wegloben
In Wahrheit wird er abgeschoben
Und der Django wird verkohlt:
Hat nix bestellt, doch abgeholt

Herr Kohl und alle, habts mi gern
Und, Journalisten, dass ihrs wisst
Und dass es keiner mir vergisst
Werd i net Präsi derfs kaner werd`n
Mich hat man nichts zu fragen
Mir hat man nichts zu sagen
Wer vor mir net winselt, sondern bellt
Wird verpröllt!

Der Mir san E mir von St. Pölten
Soll ewig ruhmvoll etwas gölten
Drum bau ich mir ein Mausoleum
Im Kakakarikaturmuseum
Ein Denkmal gleich neben Karl May
Mit einem Buch oder auch zwei
Zum Beispiel: Schatz im Silbersee
Jetzt hab ich die Nschotschi z`rück
Im niederen Österreich, welch Glück
Dort wird sie jetzt mein Ruhekissen
Niemand wird sie in Wien vermissen
Sie hat mein volles Selbstvertrauen
Kann um St. Pölten Zäune bauen
Mit Burgen, Zinnen, noch und noch
Und einem Graben drumherum
Dahinter wir, selig und stumm
Dann sitzen wir im Abendrot
Genießen unser Abendbrot
Ein Glaserl Wein, Kuchen, Kaffee
Sie liest mir vor aus dem Silbersee…
Mir, großem Häuptling der Apachen
Und bringt mir danach brav die Patschen
Der Sobotka kriegt in Wien Watschen
Die eigentlich der Hanni gölten
Doch die ist bei mir in St. Pölten
Weitab vom Schuss und von Europa
In Sicherheit beim Erwin-Opa
Ich spiel genial das Machtklavier
Ich, der Mir san E Mir

31.3.16

Auf einer Bank im Park


Ich möchte mich kuscheln, in die Welt hinein
Mich an den alten Bäumen reiben
Im wolkenlosen Himmel möchte ich treiben
Und baden möchte ich im Sonnenschein

Was heißt ich möchte, nein, ich tue es ja
Auf einer Bank, von Gras umringt, von Zirpen, Blühen
Von Menschen, die sich laufend fortbemühen
Sitz ich ganz still im Frühling und bin da

Die kleinen Kinder in den Kinderwägen
Schaukeln vorüber, Junge spielen Ball
Ich halte mein Gesicht dem Licht entgegen
Wie einem goldenen Frühlingswasserfall

Aus alten Quellen fließen neue Worte
Wie Gletscher bersten schmelzend die Gefühle
Leben schwillt an, piano und dann forte
Der Frühlingswärme weicht die Winterkühle

Was noch nicht tot ist fühlt des Lebens Zittern
Veränderung liegt in der Frühlingsluft
Die Überfülle schließt die größte Kluft
Freiheitsdrang ist nicht aus- noch einzugittern

Die Liebe überspringt die höchsten Zäune
Kein Stacheldraht erstickt die wilden Rosen
Wir betteln nicht um Gnade und Almosen
Die Erde gehört uns, ist unser aller Scheune